Brexit: Aus Sicht europäischer Aktienanleger

30.03.2016

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Drei der Europa-Aktienfondsmanager von Henderson erläutern im Folgenden ihre Einschätzung zu den Auswirkungen eines möglichen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union. Zwar nutzen die Mitglieder des europäischen Aktienteams von Henderson die gleichen Ressourcen und geben ihre Ideen intern weiter. Innerhalb ihrer Portfolios können sie ihre Einschätzungen jedoch so zum Ausdruck bringen, wie sie es für richtig halten.

John Bennett

Die Debatte um den Brexit wird auch weiter die Schlagzeilen beherrschen, aber derzeit kann niemand mit Sicherheit sagen, wie das Referendum ausgeht. Ich persönlich glaube, dass sich die Briten für einen Verbleib in der Europäischen Union entscheiden werden. Ich werde mich allerdings nicht für ein unklares Ergebnis positionieren und habe meine Portfolios daher weder in Erwartung einer Zustimmung noch einer Ablehnung neu aufgestellt.

Sollte das Vereinigte Königreich für einen Austritt votieren und mit der anschließenden Panik das Pfund Sterling abwerten, würde das der Konjunktur unter die Arme greifen. In einer Welt mit drohendem allgemeinen Preisverfall wäre das durchaus hilfreich. Wir würden uns in diesem Fall auf die möglichen Profiteure eines schwachen Pfund konzentrieren. Ganz konkret würde ich davon ausgehen, dass sich unmittelbar gute Chancen bei exportorientierten Unternehmen aus Britannien bieten.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das aber reine Spekulation. Und wie gesagt, habe ich derzeit nicht vor, meine Portfolios neu zu positionieren.

Nick Sheridan

Der Brexit ist lediglich ein Punkt auf einer langen Liste der Sorgen, auf der unter anderem die Flüchtlingskrise, die Politik in Spanien und China stehen. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Märkte diese Ängste bereits weitgehend eingepreist haben. Die Hauptrolle im weiteren Sinne dürften die US-Wirtschaft, der Dollar und die potenzielle Abwertung der chinesischen Währung spielen. Wenn der US-Wirtschaft eine Rezession erspart bleibt, worauf die jüngsten Daten zum verarbeitenden Gewerbe hinweisen, und die Chinesen den Yuan nicht abwerten, könnten aus meiner Sicht die Kurse europäischer Aktien steigen. Und zwar unabhängig von den Unsicherheiten rund um den Volksentscheid zum Brexit.

Tim Stevenson

Zwar deutet sich aus Umfragen zum EU-Referendum ein Votum für den Verbleib an. Aber wegen der zunehmenden Spannungen, ausgelöst durch die Flüchtlingskrise und die wirtschaftliche Entwicklung, könnten uns schwierige Monate bevorstehen. Menschen außerhalb des Vereinigten Königreichs mag es seltsam anmuten, dass es vor allem unter konservativen Politikern viele Befürworter eines Austritts gibt. Von denen sähen es viele gern, wenn Britannien die Uhr 150 Jahre zurückdrehen könnte. Anhänger dieses Lagers vertreten die Ansicht, der britischen Wirtschaft würden nach einer kurzen Übergangsphase rosigere Zeiten bevorstehen.

Die Annahme, ein Ende der EU-Mitgliedschaft werde keine negativen Folgen für Großbritannien haben, halte ich jedoch für reichlich naiv. Ganz gleich wie die Abstimmung ausgeht: Die mit ihr verbundene Verunsicherung könnte die Märkte bis auf Weiteres daran hindern, ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Aus diesem Grund werden wir den britischen Markt verglichen mit dem Index wohl auch weiter deutlich untergewichten.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.

Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten.

Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar.

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