Europäische Aktien: „Deep-Value-Aktien“ könnten 2018 von geldpolitischer Normalisierung profitieren

20.11.2017

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Welche Erkenntnisse haben Sie aus den Entwicklungen in diesem Jahr gewonnen?

​Die wichtigste Erkenntnis ist die, dass Stabilität vergänglich ist. Stimulierende Geldpolitik, bessere Wirtschaftsdaten, geringere Arbeitslosigkeit und beschleunigtes Gewinnwachstum haben den Märkten eine lange Phase der Stabilität beschert. Anleger scheinen die Risiken inzwischen kaum noch zu beeindrucken, trotz der Warnungen aus den Brexit-Verhandlungen und der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Zwar erwarte ich keinen Minsky-Moment, bei dem die Vermögenspreise nach einer langen Wachstumsphase kollabieren. Aber Anleger sollten auch nicht zu euphorisch werden. Man muss sich der hohen Verschuldung der Märkte bewusst sein, die zu einem Problem werden könnte, wenn die Anleiherenditen steigen. Allerdings ist Europa nach meiner Einschätzung in dieser Hinsicht besser aufgestellt als die USA.

Welche zentralen Themen werden die europäischen Märkte 2018 vermutlich maßgeblich beeinflussen?

Wegen der weltweit anhaltenden Normalisierung der Geldpolitik dürften die Zinsen 2018 wohl überall auf der Welt im Mittelpunkt des Interesses stehen. Anleger haben sich an dauerhaft niedrige Zinsen und Liquidität in Hülle und Fülle für die Märkte gewöhnt. Mit steigenden Zinsen könnte es einen Wechsel bei den Branchen geben, die die Märkte anführen. Denn Anleger könnten die potenziellen Risiken für Unternehmen ins Kalkül ziehen, die sich zu hohe Schulden aufgebürdet haben. Dies könnte sich positiv auf „Deep-Value-Aktien“ in Europa auswirken, zumal in Sektoren, in denen derzeit ein Überangebot herrscht. Dabei ist der Einstiegspreis entscheidend, und tiefgehende Unternehmensanalysen können helfen, solche Firmen zu identifizieren, die nicht nur niedrig bewertet sind, sondern deren Potenzial übersehen bzw. unterschätzt wird.

Wo sehen Sie die zentralen Risiken und Chancen?

Alles in allem schätzen wir den Ausblick für Aktien aus Europa und aus dem Euroraum unverändert gut ein, sind uns aber auch der Risiken bewusst. Ihre Bewertungen sind verglichen mit anderen Aktienmärkten, insbesondere den USA, nach wie vor günstig. Unsere Favoriten sind Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Die Entwicklung von Elektroautos und Technologien für automatisiertes Fahren findet in Medien und Politik großen Widerhall. Nach unserer Einschätzung wird der Umstieg von Verbrennungs- auf E-Motoren aber langsam und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Mazdas jüngster Durchbruch in Sachen Effizienz von Benzinmotoren hat keine Schlagzeilen gemacht. Aber Anleger tun gut daran, Verbrennungsmotoren noch nicht gänzlich abzuschreiben. Bei Gesprächen über Vermögensanlagen in Europa herrscht inzwischen weitgehend Konsens, dass von der Politik nach wie vor große Risiken ausgehen und die Region natürlich anfällig für globale makroökonomische Schocks und geldpolitische Änderungen zur falschen Zeit bleibt.


Glossar:

Geldpolitik: Maßnahmen einer Zentralbank mit dem Ziel, Inflation und Wachstum einer Volkswirtschaft zu beeinflussen.

Minsky: Der Ökonom Hyman Minsky war überzeugt, dass die Aktienmärkte anfällig sind für plötzliche Kurseinbrüche nach langen Phasen wirtschaftlicher Stabilität und steigender Aktienkurse. Solche Rahmenbedingungen können Firmen dazu verleiten, mehr Risiken über eine höhere Kreditaufnahme einzugehen, was sie bei rückläufiger Liquidität anfälliger machen und eine allgemeine Verkaufswelle an den Märkten auslösen kann – bekannt als Minsky-Moment.

Verschuldung (Leverage): Aufnahme von Fremdmitteln für ein stärkeres Engagement in einer Anlageklasse bzw. an einem Markt. Hierzu können Barmittel für den Kauf eines Vermögenswertes aufgenommen oder Finanzinstrumente wie Derivate eingesetzt werden, um den Effekt einer Kreditaufnahme für den Erwerb zusätzlicher Vermögenswerte zu simulieren.

Geldpolitik (Normalisierung): Maßnahmen einer Zentralbank mit dem Ziel, Inflation und Wachstum einer Volkswirtschaft zu beeinflussen.

Deep-Value: Wertorientierte Anleger suchen nach Unternehmen, die ihrer Ansicht nach vom Markt unterbewertet werden und bei denen sie daher mit einem Kursanstieg rechnen. Deep-Value-Anlagen bezeichnen Anlagen, deren Preis so niedrig ist, dass Anleger selbst dann noch einen Gewinn erzielen, wenn das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit abrupt einstellt.

Überangebot: Zustand, in dem das Angebot einer Ressource, eines Produktes oder einer Dienstleistung die Nachfrage übersteigt. Sind Unternehmen einer bestimmten Branche gezwungen zu schließen, kann dadurch das Angebot verringert oder begrenzt werden.

Makroökonomische Faktoren: Die Märkte beeinflussende übergeordnete Faktoren wie Zentralbankpolitik, Inflation, Beschäftigung oder Wirtschaftswachstum.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.

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