Globale Aktien: Auf Spekulationen in Zeiten mit Brexit-Unsicherheiten verzichten

28.02.2019

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Der Austritt Großbritanniens aus der EU bleibt eines der zentralen wirtschaftlichen und politischen Themen, von denen Unsicherheiten für Anleger in Europa ausgehen. Steve Weeple, Portfoliomanager im Global Equities Team in Edinburgh, glaubt jedoch, dass sich langfristig orientierte Anleger besser auf die Fundamentaldaten von Unternehmen statt auf den Brexit konzentrieren sollten.   

Unaufhaltsam rückt der 29. März näher, der Tag, an dem das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen soll, sofern keine Verschiebung vereinbart wird. Kein Wunder also, dass wir immer häufiger gefragt werden, welche Meinung wir in Sachen Brexit vertreten. Auch wenn dies einige vermutlich enttäuscht, aber weder haben wir eine „Haus-Meinung“ zu diesem Thema, noch hat es unsere Anlageentscheidungen maßgeblich beeinflusst. Offen gestanden verfügen wir nicht über die Fähigkeiten und Ressourcen, die künftige Wirtschaftslage, die Marktstimmung oder geopolitische Entwicklungen verlässlich vorherzusagen. 

 

Anleger machen einen Bogen um das Vereinigte Königreich 

Angesichts der großen Unsicherheit sind die Ergebnisse von Umfragen unter Fondsmanagern nicht verwunderlich: Seit Längerem schon gewichten sie britische Aktien unter und viele Anleger schrecken seit dem Brexit-Referendum vor einem Engagement in Großbritannien zurück.schrecken  Ein konsequenter Bottom-up-Ansatz, wie wir ihn verfolgen, und die Fokussierung auf aus unserer Sicht vorhersehbarere Trends und Entwicklungen kann eine andere Perspektive eröffnen. Von langfristigem Wachstum profitierende Qualitätsunternehmen können sich nach unserer Überzeugung selbst in einem schwächeren Markt- oder Wirtschaftsumfeld überdurchschnittlich entwickeln. Um solche Chancen aufzuspüren, muss man mitunter hinter die „Fassade“ des Notierungslandes blicken. Genau das tun wir für unsere Portfolios und waren daher auch 2018 bei fünf in Großbritannien gelisteten Firmen investiert.

Besonders unbeliebt bei Anlegern sind derzeit britische Unternehmen, die sich auf ihren Heimatmarkt konzentrieren. Aber Firmen nur wegen des Narrativs der „inländischen Konjunkturschwäche“ zu meiden, hat ihren Preis in Form von Opportunitätskosten. Denn es ignoriert die möglichen Veränderungen ausgehend von Langfristtrends, denen Unternehmen ausgesetzt sein können. Fakt ist nämlich, dass sich langfristige Wachstumstrends häufig unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Themen entwickeln. Besonders dann, wenn der Trend, das Produkt oder die Dienstleistung einen Bedarf deckt, das Leben leichter macht oder ganze Branchen von Grund auf verändert. 

Die Internet-Revolution

Nehmen wir als Beispiel zwei in Großbritannien notierte Firmen, die sich im Portfolio der Janus Henderson Global Equities Strategy befinden: Rightmove und Auto Trader. Beide fokussieren sich auf den heimischen britischen Markt, den sie 2018 jedoch deutlich hinter sich gelassen haben. Auto Trader verbuchte eine Gesamtrendite von 30,7 Prozent und Rightmove von -2,7 Prozent, verglichen mit -9,5  Prozent für den FTSE All-Share Index und -3,4 Prozent für den MSCI AC World Index, gemessen jeweils in Pfund Sterling.* 

*Quelle: Bloomberg, 29. Dezember 2017 bis 31. Dezember 2018, basierend auf Pfund Sterling.

Rightmove und Auto Trader haben den Trend in Großbritannien von der Printwerbung für Wohnimmobilien bzw. Gebrauchtwagen hin zum Internet maßgeblich vorangetrieben. Damit haben sie die Art und Weise verändert, wie Immobilien und Autos ge- und verkauft werden – und damit ganz nebenbei zwei überaus rentable Unternehmen geschaffen. Wie der Brexit ausgeht, darüber können wir vermutlich genauso gute oder schlechte Mutmaßungen anstellen wie unsere Leser. Unabhängig davon können wir jedoch mit größerer Sicherheit davon ausgehen, dass die Verbraucher bei Kauf und Verkauf von Immobilien und Autos zunehmend Online-Plattformen nutzen werden, denn diesen Trend beobachten wir ja bereits.

Blick über das Land der Notierung hinaus

Welche Ironie, dass ausgerechnet unser britisches Unternehmen mit der schlechtesten Performance – Elementis – auch zugleich das mit den geringsten Aktivitäten auf der Insel ist. Dort erwirtschaftet es lediglich fünf Prozent seines Umsatzes. Das weltweit tätige Spezialchemieunternehmen musste 2018 nach einer Akquisition einen Kursrutsch von 30,9 Prozent* hinnehmen. Ganz anders als Whitbread, ein multinationaler Hotel- und Restaurantbetreiber, dessen Aktien wir ebenfalls im Portfolio haben. Er konzentriert sich fast ausschließlich auf Großbritannien und verbuchte 2018 ein Kursplus von 14,5 Prozent*, nachdem er sein Costa-Coffee-Geschäft zu sehr lukrativen Bedingungen an Coca-Cola verkauft hatte. Die Gesamt-Performance des letzten Jahres unserer auf den britischen Markt fokussierten Bestände bestätigt unseres Erachtens das Potenzial, das in einem langfristigen, selektiven Ansatz steckt. Einem Ansatz, bei dem die Fundamentaldaten von Unternehmen und nicht allgemeine gesamtwirtschaftliche und politische Faktoren im Fokus stehen.

*Quelle: Bloomberg, 29. Dezember 2017 bis 31. Dezember 2018, basierend auf Pfund Sterling.

Britische Aktien komplett zu meiden, würde außerdem die breitere Zusammensetzung des Aktienmarktes in Großbritannien ignorieren. Dieser gehört zu den größten und vielseitigsten weltweit. An ihm sind viele wirklich globale Unternehmen notiert, von denen einige sehr wenig mit der britischen Wirtschaft zu tun haben. Ein gutes Beispiel ist InterContinental Hotels Group (IHG), bei dem wir im vierten Quartal 2018 eine neue Position aufgebaut haben. Der Betreiber so bekannter Hotelmarken wie Crowne Plaza, Intercontinental und Holiday Inn hat seinen Geschäftssitz im englischen Buckinghamshire. IHG mag zwar an der Londoner Börse notiert sein: Die Hälfte ihres Umsatzes erzielt die Gruppe jedoch in Nordamerika. Zudem stammt ein erheblicher Teil aus Schwellenländern, während die Aktivitäten in Großbritannien nur einen sehr kleinen Teil zum Umsatz beisteuern. Natürlich könnten wir IHG anhand des Notierungslandes beurteilen und dann entscheiden, dass wir uns aufgrund des Wirtschaftsumfelds nicht in Großbritannien engagieren wollen. Dann aber würden wir uns um die Chance einer Anlage in ein Qualitätsunternehmen mit starkem Cashflow und einem attraktiven Hotelportfolio bringen. 

Auf das ökonomische Engagement kommt es an

Unternehmen nur danach zu beurteilen, wo sie börsennotiert sind, birgt die Gefahr, sie gänzlich misszuverstehen. Das Gleiche gilt für Investmentfonds, wenn sie nicht im Detail analysiert werden. Wir empfehlen unseren Kunden daher häufig, bei ihren Entscheidungen das wirtschaftliche Engagement eines Portfolios zu berücksichtigen. Anders als die Länder- oder Regionalgewichtungen eines Portfolios vermittelt dessen wirtschaftliches Engagement unseres Erachtens eine bessere Vorstellung davon, welche geografischen Faktoren die in ihm enthaltenen Unternehmen antreiben. Häufig sieht das wirtschaftliche Exposure des Portfolios ganz anders aus, als die Gewichtung nach Notierungsland vermuten lässt. Darin spiegelt sich auch wider, dass viele Unternehmen heute global aufgestellt sind. Die beiden nachstehenden Grafiken veranschaulichen das.


Engagement der Janus Henderson Global Equities Strategie nach Regionen basierend auf dem Notierungsland (ohne Cash-Anteil)



Quelle: Quelle: Janus Henderson, Stand: 31. Januar 2018, basierend auf einem repräsentativen Portfolio.
 

Engagement der Janus Henderson Global Equities Strategie nach Regionen basierend auf Umsatzerlösen (ohne Cash-Anteil)


Quelle: Janus Henderson Investors, FactSet, Stand: 31. Januar 2019, basierend auf einem repräsentativen Portfolio.

Eine selektive Herangehensweise
Dass die britischen Bestände der Strategie im vergangenen Jahr insgesamt sowohl absolut wie auch im Vergleich positiv zur Performance beigetragen haben (gemessen in britischen Pfund), zeigt, wie wichtig ein auf Unternehmensanalysen basierender Ansatz ist. Wir sind der Meinung, dass die Aussichten für Firmen wie Rightmove, Auto Trader und InterContinental Hotels Group vielversprechend sind und Anleger von ihnen profitieren können, ganz gleich wie und wann das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austritt. Unser Ziel ist es, auch weiterhin in solche langfristig wachsenden und resilienten Unternehmen zu investieren, statt unsere Portfolios auf der Grundlage von Prognosen zur Wirtschaft, Marktstimmung oder Geopolitik aufzubauen und anzupassen. Für uns käme das reiner Mutmaßung gleich. Und wir glauben nicht, dass unsere Kunden damit einverstanden wären, wenn wir uns bei der Allokation ihres Kapitals auf Spekulationen verlassen.

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