US-WACHSTUMSAKTIEN

Ein verändertes Umfeld für US-Wachstumsaktien

Portfoliomanager Jeremiah Buckley erklärt die potenziellen Auswirkungen höherer Zinsen und anhaltender Inflation auf US-Wachstumsaktien.

Zentrale Erkenntnisse

  • Die hartnäckige Inflation hat eine radikale Wende in der Geldpolitik ausgelöst, die einen erheblichen Einfluss auf das lange Zeit günstige Investitionsumfeld für Wachstumsaktien hatte.
  • Wir sind der Meinung, dass der Höhepunkt der Inflation jetzt kurz bevorsteht und dass sich die Zinssätze allmählich stabilisieren können. Sollte dies der Fall sein, dürfte der Rückgang der Kennzahlen unserer Ansicht nach weitgehend überwunden sein, und die Aktien müssten sich wieder im Einklang mit dem Gewinnwachstum entwickeln können.
  • Erhöhte Volatilität kann Chancen mit sich bringen, wenn einige der derzeit auf makroökonomischer Ebene vorherrschenden hemmenden Einflüsse nachlassen und wir zu einer stabileren Phase des Wirtschaftswachstums zurückkehren.

Zentrale Erkenntnisse

  • Die hartnäckige Inflation hat eine radikale Wende in der Geldpolitik ausgelöst, die einen erheblichen Einfluss auf das lange Zeit günstige Investitionsumfeld für Wachstumsaktien hatte.
  • Wir sind der Meinung, dass der Höhepunkt der Inflation jetzt kurz bevorsteht und dass sich die Zinssätze allmählich stabilisieren können. Sollte dies der Fall sein, dürfte der Rückgang der Kennzahlen unserer Ansicht nach weitgehend überwunden sein, und die Aktien müssten sich wieder im Einklang mit dem Gewinnwachstum entwickeln können.
  • Erhöhte Volatilität kann Chancen mit sich bringen, wenn einige der derzeit auf makroökonomischer Ebene vorherrschenden hemmenden Einflüsse nachlassen und wir zu einer stabileren Phase des Wirtschaftswachstums zurückkehren.

Die Anleger begannen im November letzten Jahres – inmitten eines Marktes, der seit Beginn der Pandemie stetig gestiegen war – die Absicht der Federal Reserve (Fed), ihre Geldpolitik zu straffen, zu integrieren. Seither ist die Inflation anhaltend hoch, und die Zentralbank hat nun nachdrücklich von einer außerordentlich unterstützenden Politik auf eine aggressive Straffung umgeschwenkt. Heute sind wir mit einem grundlegend veränderten Umfeld konfrontiert – höhere Zinssätze und anhaltende Inflation stehen in krassem Gegensatz zu den niedrigen Zinssätzen und der niedrigen Inflation des vergangenen Jahrzehnts und zwingen die Anleger, die Wachstumsaussichten und Bewertungen von Aktien zu überdenken.

Die US-Aktienmärkte sind fast in den Bereich eines Bärenmarktes gesunken; der S&P 500® Index hatte kürzlich fast 18% gegenüber seinem Rekordhoch am ersten Handelstag des Jahres 2022 verloren (Stand: 18. Mai 2022). Die Inflationswerte waren in diesem Jahr höher und beständiger als allgemein erwartet. Solange sich die Inflation nicht abschwächt und sich die Zinssätze nicht stabilisieren können, wird die Volatilität wahrscheinlich anhalten, da die – kurz- und langfristigen – Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum ungewiss bleiben.

Inflationsausblick

Einige Signale sowohl auf makroökonomischer als auch auf Unternehmensebene lassen vermuten, dass wir kurz vor einem Höhepunkt der Inflation stehen. Die starke Nachfrage nach Gütern – gestützt durch robuste Verbraucherbilanzen – schwächt sich ab, da sich das Wachstum, das während der Pandemie angezogen hatte, verlangsamt und die staatlichen Fördermaßnahmen zurückgefahren werden. Darüber hinaus sinkt die Nachfrage nach Gütern auch durch höhere Finanzierungskosten aufgrund steigender Zinsen und eine Rückkehr zu Ausgaben für Dienstleistungen, die durch die Pandemie eingeschränkt wurden.

Auf der Angebotsseite hat sich die Erwerbsquote im Allgemeinen auf das Niveau von vor der Pandemie zubewegt, auch wenn sie im April leicht gesunken ist. Das hat den Druck auf dem historisch angespannten Arbeitsmarkt etwas verringert.

Abbildung 1: Erwerbsquote

Aktien Diagramm 1

Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics, Stand: 18. Mai 2022

Die Einzelhändler haben ihre Lagerbestände wieder aufgefüllt, was zu einer geringeren Produktknappheit führt und in einigen Kategorien Preisnachlässe und niedrigere Preise bewirken dürfte. Die Lieferkette für Halbleiter, die ein problematisches Marktsegment sind, verbessert sich langsam, und wir erwarten für 2023 eine weitere wesentliche Verbesserung, da in der gesamten Branche neue Kapazitäten hinzukommen. Es ist ebenfalls festzustellen, dass sich die Transportkosten im Zuge des Kapazitätsaufbaus und der Abschwächung der Nachfrage verringern. Trotz dieser positiven Entwicklungen steigen die Rohstoffpreise weiter an. Diese Situation hat sich durch den Krieg in der Ukraine noch verschlimmert und wird nicht durch eine höhere Produktion in anderen Ländern ausgeglichen.

Kurzfristige Auswirkungen auf Aktien

Sollte sich unser Basisszenario eines Höchststandes der Inflation und stabilerer Zinssätze bewahrheiten, sind wir der Ansicht, dass der Rückgang der Kennzahlen weitgehend überwunden ist und dass sich die Aktien wieder im Einklang mit dem Gewinnwachstum entwickeln können. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass es für Unternehmen angesichts des volatilen Umfelds, das gleichzeitig von der Pandemie, einer sich verändernden Steuer- und Geldpolitik und geopolitischen Konflikten geprägt ist, schwierig ist, effektiv zu planen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Unternehmen in der Lage sind, sich anzupassen und versuchen werden, ihre Kostenstrukturen und Investitionen zu optimieren, um letztlich die Produktivität und die Gewinnspannen zu erhöhen.

Langfristige Auswirkungen auf Aktien

Unserer Meinung nach dürften auf lange Sicht Innovationen das Ertragswachstum weiter ankurbeln und zu Kapitalgewinnen bei Aktien führen. Produkte und Dienstleistungen wie Cloud Computing und Software, die zu Produktivitätssteigerungen führen und tendenziell eine deflationäre Wirkung in der Volkswirtschaft haben, dürften für Kunden und die Unternehmen, die sie anbieten, Mehrwert generieren. Da der Bedarf an Datenverarbeitung für Technologien wie künstliche Intelligenz zunimmt, dürfte die Nachfrage nach Halbleitern hoch bleiben. Halbleiter werden auch deshalb so wichtig sein, weil sie in der gesamten Wirtschaft und in unserem täglichen Leben – z. B. in Autos, Maschinen, Geräten und anderen Anwendungen – eine immer größere Rolle spielen. Fortgesetzte Innovationen im Gesundheitssektor können ebenfalls Wert schaffen, indem sie das Leben der Patienten verbessern und die Gesamtkosten des Gesundheitssystems senken. Auch wenn ein von strukturell höheren Zinsen geprägtes Umfeld eine Überprüfung der Allokation erforderlich machen dürfte, sind wir der Meinung, dass für das Wachstum von Aktien weiterhin langfristige Anlagethemen von entscheidender Bedeutung sein werden.

Tiefere Einblicke in die Debatte Substanz-/Wachstumswerte

Anstatt die Anlagewelt aus einer breiten Substanz-/Wachstumswerteperspektive zu betrachten, ziehen wir es vor, Sektoren, Branchen und Unternehmen tiefer zu durchleuchten, um den Ausblick zu bestimmen. Zu den Sektoren und Branchen, die in Value-Indizes tendenziell stärker gewichtet sind, gehören Energie, Banken, Basiskonsumgüter, Pharmazeutika und Versorger.

Abbildung 2: Renditen seit Jahresbeginn, S&P 500 Sektoren und Unterbranchen

Aktien Diagramm 2

Quelle: Bloomberg, Stand: 18. Mai 2022.

Der Energiesektor ist in diesem Jahr der klare Gewinner, da die Preise für Erdöl und Erdgas in die Höhe geschossen sind. Andererseits sind die Banken zwar der Sektor mit der schlechtesten Performance in dieser Gruppe, aber wir konnten eine Verbesserung der Kreditnachfrage verzeichnen und sind davon überzeugt, dass das aktuelle Zinsumfeld die Nettozinsmargen weiter stützen sollte. Das Engagement am Kapitalmarkt hat in letzter Zeit die Performance vieler Banken belastet, aber wir denken, dass sich diese mit der Zeit stabilisieren wird.

Basiskonsumgüter und Pharmazeutika tendieren dazu, in unsicheren und inflationären Zeiten wie derzeit gut abzuschneiden. In diesen Sektoren sind die Kennzahlen jedoch stark gestiegen, da sich die Anleger aus riskanten Anlagen zurückgezogen und in defensivere Bereiche des Marktes investiert haben. Steigende Rohstoffkosten könnten die Fähigkeit dieser Unternehmen, die Preise weiter zu erhöhen, letztendlich unter Druck setzen, da die Verbraucher sich für einen niedrigeren Preis entscheiden werden, und es bestehen weiterhin Bedenken, dass es zu einer staatlich beeinflussten Preisdeflation bei Arzneimitteln kommen könnte.

In der Vergangenheit waren Rohstoffbranchen aufgrund der niedrigen Kapitalrenditen der Unternehmen für uns im Allgemeinen nicht interessant. Durch die stärkere Einschränkung des Angebotswachstums und eine bessere Kapitaldisziplin der Unternehmensleitungen haben sich die Aussichten jedoch in gewissem Maße geändert. Wir halten es zwar nicht für klug, kurzfristigen Unterbrechungen der Lieferkette nachzujagen, aber das langfristige Angebots- und Nachfrageumfeld könnte nun zu höheren Kapitalrenditen führen.

Gelegenheiten dank Volatilität

Während die Märkte in Zeiten wie diesen unruhig und verwirrend sein können, kann eine erhöhte Volatilität auch Chancen mit sich bringen. Unserer Meinung nach gibt es jetzt interessante Einstiegsmöglichkeiten in qualitativ hochwertige Unternehmen, die Cashflows mit interessantem langfristigem Wachstum generieren. Wir sind auch der Ansicht, dass das aktuelle Umfeld unterstreicht, wie wichtig es ist, sich auf Unternehmen mit soliden Bilanzen und beständigen Cashflows zu konzentrieren, die in unsicheren Zeiten reinvestieren können. Wir sind davon überzeugt, dass diese Unternehmen ihre Positionen stärken und ihre Marktanteile schneller erhöhen können, wenn einige der derzeitigen hemmenden Einflüsse auf makroökonomischer Ebene nachlassen und wir zu einer stabileren Phase des Wirtschaftswachstums zurückkehren.

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