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Bewertungen und Fundamentaldaten in Einklang bringen

Die Bewertungen von Aktien und Anleihen verändern sich weiterhin, da die Anleger die Aussichten für die Fundamentaldaten der Unternehmen und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten prüfen. Die Portfoliomanager Jeremiah Buckley und Greg Wilensky helfen Ihnen dabei, die Schwankungen zu verstehen.

Jeremiah Buckley, CFA

Jeremiah Buckley, CFA

Portfoliomanager


Greg Wilensky, CFA

Greg Wilensky, CFA

Head of US Fixed Income | Portfoliomanager


31. August 2022
4 Minuten Lesezeit

Zentrale Erkenntnisse:

  • Ein Großteil der Kursrückgänge bei Aktien in diesem Jahr war auf einen Rückgang der Bewertungskennzahlen und nicht auf eine Verschlechterung der Gewinne zurückzuführen, aber wir gehen davon aus, dass sich die Kurse künftig mehr im Einklang mit dem Gewinnwachstum entwickeln werden.
  • Trotz des nach wie vor trüben Ausblicks wurden in diesem Jahr eine Ausweitung der Spreads von Anleihen und ein deutlicher Anstieg der Nominalrenditen verzeichnet, was allgemein zu einem attraktiveren Umfeld und potenziellem Rückenwind für längerfristige Anlagen führte.
  • Diese Bewertungsänderungen haben sich ergeben, da Anleger die aktuellen Märkte anhand der Fundamentaldaten der Unternehmen und der wirtschaftlichen Fundamentaldaten bewerten, was in einem volatilen Umfeld potenzielle Gelegenheiten bietet.

Neubewertung des Aktienmarktes

Der S&P 500® Index verzeichnete zu Jahresbeginn einen deutlichen Rückgang. Als er sich gegenüber diesem Tiefstand wieder etwas erholt hatte, fragten sich die Anleger, ob das Schlimmste hinter ihnen liegt. Angesichts des Rückgangs der Bewertungskennzahlen, der Möglichkeit negativer Gewinnkorrekturen und anderer Marktrisiken ist es hilfreich, zu prüfen, wo die Bewertungen derzeit stehen. Die folgende Tabelle zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500, das wir in die Preisrendite und die Gewinne des Index aufschlüsseln können. Was wir dieses Jahr beobachtet haben, ist, dass der Marktrückgang hauptsächlich auf den Rückgang des KGV zurückzuführen war. Die Gewinnschätzungen für den S&P 500 haben sich in diesem Jahr nicht wesentlich geändert. Sie sind sogar weiter gestiegen, während der Indexpreis gefallen ist. Mit anderen Worten: Obwohl die Gewinne immer noch steigen, wollen die Anleger weniger für diese Gewinne zahlen.

Preisentwicklung, Gewinne und KGV des S&P 500

Quelle: Bloomberg, Stand: 18. August 2022.

Zu Jahresbeginn rechneten wir noch mit einem zweistelligen Gewinnwachstum beim S&P 500. Mittlerweile gehen wir jedoch von einem geringeren Wachstum aus, da mehrere Faktoren - darunter höhere Zinsen, höhere Rohstoffpreise (insbesondere bei Energie) und ein stärkerer Dollar - das Wachstum belastet haben, insbesondere bei multinationalen Unternehmen und Produzenten. Viele Unternehmen haben jedoch die höheren Preise in den letzten Quartalen an die Kunden weitergegeben. Die Preise bleiben tendenziell hoch, auch wenn der Kostendruck nachlässt, und die Unternehmen erzielen ihre Gewinne durch höhere Umsätze und verbesserte Margen.

Aus Bewertungssicht ist die Risikoprämie für Aktien unseres Erachtens angesichts des Rückgangs der Bewertungskennzahlen in diesem Jahr zwar im historischen Vergleich grundsätzlich immer noch hoch, ist jedoch auf ein normaleres und vernünftigeres Niveau zurückgegangen. Angesichts dieser Umstände gehen wir davon aus, dass die Gewinne bis zum Jahresende und in der ersten Jahreshälfte 2023 steigen werden - wenn auch in geringerem Umfang - und die Aktienkurse, die im Laufe der Zeit vom langfristigen Gewinnwachstum abhängen, können sich ebenfalls mehr entsprechend den Gewinnerwartungen entwickeln.

Bewertung des aktuellen Anleihemarkts

Wie beim Aktienmarkt müssen die Anleger bei der Einschätzung des Anleihenmarkts ebenfalls das Verhältnis zwischen Fundamentaldaten und Bewertungen prüfen. Zu Jahresbeginn waren die Spreads von Anleihen extrem niedrig, haben sich seitdem jedoch wieder ihren in der Vergangenheit üblichen Niveaus angenähert. Wie sich die Spreads künftig entwickeln, wird größtenteils davon abhängen, welchen Pfad die Wirtschaft einschlagen wird - ob es eine weiche Landung geben wird oder ob die Konjunktur weiter einbrechen wird. Wenn die Wirtschaft in eine längere Phase eines unter dem Trend liegenden oder negativen Wachstums eintritt - was immer wahrscheinlicher erscheint -, besteht die Möglichkeit, dass sich die Spreads weiter ausweiten, insbesondere angesichts ihrer Niveaus im Vergleich zu früheren Phasen eines unter dem Trend liegenden Wachstums oder Rezessionen.

Wenn wir jedoch in einen deutlichen Abschwung geraten sollten, gehen wir aufgrund relativ starker Fundamentaldaten von Unternehmen und privaten Haushalten davon aus, dass die Zahlungsausfälle deutlich unter dem Durchschnitt früherer Rezessionen liegen werden. Auch wenn sich die Konjunkturlage wesentlich verbessern würde, indem die Inflation schnell zurückgeht und das Wachstum relativ stabil bleibt, würden hochverzinsliche und Investment-Grade-Unternehmensanleihen auf den aktuellen Spread-Niveaus sehr attraktiv erscheinen.

Die Nominalrenditen von Anleihen sind ebenfalls deutlich höher als zu Beginn des Jahres. Für Anleger in festverzinslichen Anlagen sorgt die Tatsache, dass sowohl die Spreads als auch die Renditen von Staatsanleihen erheblich gestiegen sind, für bessere Aussichten für die langfristigen Renditen. Anleihen bieten somit einmal mehr die Möglichkeit, in anlageklassenübergreifenden Portfolios für Diversifikation und Stabilität zu sorgen. Im Allgemeinen glauben wir, dass eine Volatilität, wie wir sie in diesem Jahr erlebt haben, ein gewisser Silberstreif am Horizont sein kann, indem sie zu Verwerfungen an den Märkten führt. Im Zuge der Veränderungen der Bewertungen und Fundamentaldaten können scharfsinnige Anleger ihre Portfolios an die sich jetzt bietenden Chancen anpassen.

 

DerS&P 500® Index spiegelt die Performance der US Large-cap-Aktien wider und entspricht der Performance des US-Aktienmarktes allgemein.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) misst den Aktienkurs im Vergleich zum Gewinn je Aktie für einen oder mehrere Portfoliotitel.

Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen dem Zins-, Inflations-, Kredit- und Ausfallrisiko. Wenn die Zinsen steigen, fallen die Anleihekurse normalerweise und umgekehrt.

Hochzinsanleihen oder Ramschanleihen bergen ein höheres Ausfall- und Volatilitätsrisiko.

US-Staatsanleihen sind direkte Schuldverschreibungen, die von der US-Regierung begeben werden.Bei Staatsanleihen ist der Anleger ein Gläubiger der Regierung. Schatzwechsel und US-Staatsanleihen werden durch das volle Vertrauen und den Kredit der US-Regierung garantiert, gelten im Allgemeinen als frei von Kreditrisiken und weisen in der Regel niedrigere Renditen auf als andere Wertpapiere.

Beteiligungspapiere unterliegen Risiken, einschließlich des Marktrisikos. Die Renditen schwanken in Abhängigkeit von Emittenten sowie von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

 

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