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Innovation und niedrige Bewertungen geben dem Gesundheitswesen Rückenwind

Andy Acker, CFA

Andy Acker, CFA

Portfoliomanager


23. Jul 2021
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Nebenwerte aus dem Biotech-Sektor verbuchen dieses Jahr ihre historisch schlechteste Wertentwicklung gegenüber dem Index. Portfoliomanager Andy Acker erläutert den Grund für die Verluste und warum er zuversichtlich ist, dass sich der Sektor kräftig erholen kann.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Anfang des Jahres bremste eine Marktrotation in zyklische Sektoren einige Bereiche des Gesundheitssektors, ebenso wie Sorgen über eine potenzielle Reform der US-Arzneimittelpreise
  • Daher sind die Bewertungen im Sektor verglichen mit dem Gesamtmarkt inzwischen günstig.
  • Die Innovationen beschleunigen sich, neue Versorgungsmodelle werden eingeführt und es gibt Durchbrüche in Bereichen wie Genome Editing und Präzisionsonkologie.
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Andy Acker: Der Gesundheitssektor hielt in der ersten Jahreshälfte trotz seiner erfreulichen Entwicklung nicht mit dem Gesamtmarkt Schritt. Dafür waren denke ich mehrere Faktoren verantwortlich: Der Gesundheitssektor hat bei der Erholung von der Coronakrise zweifellos eine zentrale Rolle gespielt, dennoch haben nach Einschätzung des Marktes andere, zyklische Sektoren am meisten profitiert. 2020 gab es eine Sektorrotation in zyklischere Aktien. Dennoch haben Teile des Gesundheitssektors tatsächlich profitiert, allen voran Hersteller von Medizinprodukten, Gesundheitsdienstleister und Hersteller von Instrumenten für die Life-Science-Industrie. Auch Pharmaaktien haben im ersten Halbjahr im Rahmen einer Rotation zu Value-Aktien zugelegt.

Die Bewertungen im Sektor sind denke ich gegenüber dem Gesamtmarkt nach wie vor niedrig. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zu den Hauptgründen zählen nach wie vor Sorgen über die Arzneimittelpreise und die diesbezügliche politische Rhetorik. Auch die kürzliche Zulassung von Aduhelm zur Behandlung von Alzheimer, die einen enormen, ungedeckten Bedarf darstellt, war heftig umstritten, da die US-Gesundheitsbehörde FDA sich für eine beschleunigte Zulassung entschied, obwohl die klinischen Daten nach Auffassung vieler gemischt waren. Kombiniert mit dem hohen Verkaufspreis für das Medikament hat dies die Debatte über Arzneimittelpreise angeheizt.

Der Sektor wird also meines Erachtens durch verschiedene Faktoren gebremst. Dennoch zeichnet er sich unserer Meinung nach durch eine rege Innovationstätigkeit aus und wir finden die Aussichten extrem interessant. Diese Aktien werden nach wie vor mit einem erheblichen Abschlag gehandelt, obwohl sich die Innovationen beschleunigen und auf einen hohen, ungedeckten medizinischen Bedarf abzielen. Zu den aktuellen Beispielen zählt wohl der Durchbruch beim ersten Genome Editing am Menschen. Dabei wird ein Zielgen bei einem Patienten verändert und ein schädliches Protein ausgeschaltet. Erst kürzlich hat sich gezeigt, dass wir dieses schädliche Protein mit einer relativ niedrigen Dosis einer einzigen Infusion um durchschnittlich 87% reduzieren können. Ich finde, dass dies ein wichtiger Durchbruch ist, aber wirklich nur einer von vielen in diesem Sektor.

Wir sehen enorme Fortschritte und neue Möglichkeiten zur Behandlung menschlicher Krankheiten. Eine davon ist das Genome Editing, eine andere die Gentherapie. Es gibt Fortschritte in der Präzisionsonkologie, monoklonale Antikörper, die so entwickelt werden können, dass sie Chemotherapeutika an sich binden und wie präzise gelenkte Raketen direkt auf Krebszellen zielen. Es gibt Möglichkeiten, Proteine mit Hilfe eines kleinen Moleküls oder einer Pille, durch sogenannten Proteinabbau abzuschalten, und wir sehen dort langsam Fortschritte.

Biotechnologie ist natürlich nur ein Bereich, in dem wir Fortschritte beobachten. Sogar bei Gesundheitsdienstleistungen gibt es neue wertorientierte Modelle, die es ermöglichen, Patienten besser und zu geringeren Kosten zu behandeln. Hier gibt es einige neue Modelle. In der Medizintechnik verzeichnen wir weitere Fortschritte bei den Diagnoseverfahren. Natürlich gibt es Fortschritte bei der COVID-19-Diagnostik, aber auch in vielen anderen Bereichen, vor allem bei Diabetes. Inzwischen können Patienten ihren Blutzuckerspiegel alle fünf Minuten auf ihrem iPhone ablesen, ohne dass sie sich in den Finger stechen müssen. Ein weiteres Beispiel sind die Fortschritte in der Roboterchirurgie oder Methoden zur Blutdruckkontrolle durch medizinische Geräte. Es gibt also weiterhin Fortschritte im gesamten Gesundheitssektor. Darin liegt unseres Erachtens ein enormes Wertpotenzial für den Sektor.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

 

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  • Wenn ein Fonds ein hohes Engagement in einem bestimmten Land oder in einer bestimmten Region hat, trägt er ein höheres Risiko als ein Fonds, der breiter diversifiziert ist.
  • Der Fonds ist auf bestimmte Branchen oder Anlagethemen ausgerichtet und kann durch Faktoren wie Änderungen der staatlichen Regulierung, dem zunehmenden Preiswettbewerb und dem technologischen Fortschritt sowie durch andere nachteilige Ereignisse stark beeinflusst werden.
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  • Wenn der Fonds oder eine währungsabgesicherte Anteilsklasse versucht, die Wechselkursschwankungen einer Währung gegenüber der Basiswährung des Fonds abzumildern, kann die Absicherungsstrategie selbst aufgrund von Unterschieden der kurzfristigen Zinssätze zwischen den Währungen einen positiven oder negativen Einfluss auf den Wert des Fonds haben.
  • Wertpapiere innerhalb des Fonds können möglicherweise schwer zu bewerten oder zu einem gewünschten Zeitpunkt und Preis zu verkaufen sein, insbesondere unter extremen Marktbedingungen, wenn die Preise von Vermögenswerten möglicherweise sinken, was das Risiko von Anlageverlusten erhöht.
  • Der Fonds könnte Geld verlieren, wenn eine Gegenpartei, mit der er Handel treibt, ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds nicht nachkommen kann oder will, oder als Folge eines Unvermögens oder einer Verzögerung in den betrieblichen Abläufen oder des Unvermögens eines Dritten.
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