Niemand kann den Umfang und die Dauer des durch die COVID-19-Krise verursachten wirtschaftlichen Schadens derzeit abschätzen. Einer reinen Spekulation zufolge wird das weltweite BIP sechs Monate um 40% niedriger sein. Das würde einen Rückgang des jährlichen BIP um 20% bedeuten.

Wahrscheinlich werden die Regierungen in die Bresche springen und den größten Teil der Kosten zahlen, um Unternehmenspleiten und den Verlust von Arbeitsplätzen einzudämmen. Das Tempo, mit dem Stimulierungs- bzw. Hilfsprogramme angekündigt werden und die Einsicht, dass ein Anstieg der Verschuldung wie in Kriegszeiten unvermeidlich ist, sind erstaunlich. Viele Lücken bleiben, die aber voraussichtlich geschlossen werden, wenn die administrative Kapazität dies erlaubt.

Analog haben die Zentralbanken innerhalb weniger Tage das gesamte Spektrum der während der GFK monatelang entwickelten Unterstützungsmaßnahmen (ZIRP, Mega-QE, großzügige Liquidität / Kreditunterstützungsprogramme) wieder ausgepackt. Damals waren aufgrund der (dummen) Politik, die Banken zur Erhöhung ihrer Kapitalquoten zwang, umfangreiche Maßnahmen erforderlich, die die Kreditklemme zusätzlich verschärften. Dieses Mal werden die Banken mit Garantien bzw. günstigem Kapital versorgt und ermutigt bzw. gezwungen, Kredite an alle zu vergeben.

Die verzerrten Märkte werden nicht in der Lage sein, den enormen Anstieg der Staatsanleiheemissionen angesichts der ausufernden Defizite zu absorbieren. Das Gros wird daher in den Bilanzen des Bankensystems landen - hauptsächlich denen der Zentralbanken. Entsprechend rapide wird die weiter gefasste Geldmenge steigen. Die Steuerung der Zinskurve nach japanischem Vorbild könnte weltweit Schule machen. Das Helikoptergeld ist da.

Vor diesem Hintergrund liegt nah, dass das weltweite Geldmengenwachstum rasant auf ein deutlich höheres Niveau schnellen wird als während oder nach der GFK.

Die neue Rolle der Regierungen als Einkommensgarant und die Verschmelzung von Fiskal- und Geldpolitik schaffen einen Präzedenzfall und werden kurzfristig voraussichtlich beliebte Mittel sein. Die Zeit der unabhängigen, auf die Inflation ausgerichteten Zentralbanken scheint vorbei.

Das jährliche Wachstum der enger gefassten globalen Geldmenge (d. h. G7 plus E7) ist im Februar Schätzungen zufolge auf etwa 7,5% gestiegen und damit so schnell wie zuletzt im April 2018 und ähnlich rasant wie im November 2008 nach der Lehman-Pleite im September. Danach stieg sie im März 2009 auf 10%, als die Aktienmärkte ihren Tiefpunkt erreichten und markierte im August bei fast 14% den höchsten Stand. Ein anfänglicher Anstieg auf 10% ist möglich und wäre ein positives Signal.

Die mittelfristige Botschaft für Anleger ist klar: Sie sollten sich überlegen, Inflationsabsicherung ins Depot zu holen. Diese hat sich in den aktuell dysfunktionalen Märkten häufig dramatisch verbilligt.