Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine dürfte noch eine ganze Weile lang für Unsicherheit sorgen. Wir sind allerdings der Meinung, dass Anleger bei Situationen wie diesen einen kühlen Kopf bewahren sollten. Lara Reinhard und Sabrina Geppert vom Janus Henderson Portfolio Construction und Strategy Team erklären, was uns frühere Erfahrungen über die potenziell kostspieligen Auswirkungen drastischer Portfolioänderungen in Zeiten wie diesen lehren können.

In Zeiten großer Ungewissheit ist es wichtig, den Kurs zu halten – auch wenn es schwerfällt. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass der Versuch, genau den richtigen Zeitpunkt am Markt zu erwischen, so gut wie nie von Erfolg gekrönt ist... wir müssen uns weiterhin auf die langfristige Perspektive konzentrieren.

Als die Anleger am vergangenen Donnerstag die Nachricht erhielten, dass Russland militärische Aktivitäten in der Ukraine eingeleitet hatte, machte sich an den weltweiten Märkten Angst breit. Wenn diese Befürchtung zu den bestehenden Risiken aufgrund steigender Zinsen und hoher Inflation hinzukommt, stellt sich logischerweise die Frage nach den damit verbundenen Auswirkungen auf ein Anlageportfolio.

Wenn die Emotionen hochkochen und die Portfoliorenditen ins Minus abrutschen, können Angst und Panik die Anleger leicht zu drastischen Entscheidungen über ihre Anlagen verleiten.

Natürlich ist es wichtig, die aktuellen Risiken zu berücksichtigen und gegebenenfalls Anpassungen am Portfolio vorzunehmen. Aber wir glauben, dass es wichtig ist, erst einmal innezuhalten, einen Schritt zurückzutreten und durchzuatmen, bevor man aufgrund von kurzfristigen Emotionen oder aus Angst vor Verlusten potenzielle Veränderungen vornimmt.

Wert einer fiktiven Anlage von 10.000 USD in den S&P 500® Index von 1999 bis 2021® Index von 1999 2021

Quelle: Bloomberg. Die Grafik zeigt die fiktive Rendite einer Anlage von 10.000 USD in den S&P 500 Total Return Index im Zeitraum vom 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 2021, ohne Berücksichtigung von Steuern, Gebühren und Kosten. Sie wurde angepasst, um die Auswirkungen auf die Gesamtperformance aufzuzeigen, wenn diese Anlage nach Phasen erheblicher Volatilität aus dem Markt genommen wurde, wodurch die nachfolgenden Markterholungen verpasst wurden. Anmerkung: Die hier dargestellte fiktive Wertentwicklung dient nur der Veranschaulichung und stellt nicht die tatsächliche Wertentwicklung eines Kundenkontos dar. Es wird nicht zugesichert, dass die fiktiven Renditen mit der tatsächlichen Wertentwicklung übereinstimmen würden. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt nicht auf künftige Erträge schließen.

Die Realität ist: Nur ganz selten erwischt man genau den richtigen Zeitpunkt an den Märkten. Sehr viel öfter verursachen diese Versuche den Anlegern hohe Kosten. Ein fiktives Portfolio von 10.000 USD, das am 1. Januar 1999 in den S&P 500®Index investiert wurde, wäre beispielsweise am 31. Dezember 2021 auf 59.799 USD angewachsen, was einer Rendite von fast 600 % entspricht (ohne Berücksichtigung anfallender Gebühren, Steuern oder Kosten). Würde man die zehn Tage mit der besten Performance des S&P 500 in diesem Zeitraum herausrechnen, hätte man 32.401 Dollar an Rendite verpasst – ein Betrag, der für viele Anleger äußerst schmerzhaft zu verkraften wäre.

Der Grund dafür, dass es so schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt für den Markteinstieg zu erwischen, liegt darin, dass unmittelbar auf einige der heftigsten kurzfristigen Marktschwankungen und Verluste meist Tage oder Phasen mit den stärksten Erholungen folgen. Das bedeutet natürlich nicht, dass auf einen erheblichen Rückgang immer eine schnelle und deutliche Erholung folgen muss. Es ist jedoch eine Erinnerung daran, dass die Märkte unbeständig sein können und dass sich die Entwicklung des Vortages schnell wieder umkehren kann.

Quelle: Bloomberg. Bei dem abgebildeten Index handelt es sich um den S&P 500® Index. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt nicht auf künftige Erträge schließen.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine dürfte in den kommenden Tagen und Wochen für Unsicherheit sorgen. Wir sind allerdings der Meinung, dass Anleger bei Situationen wie diesen einen kühlen Kopf bewahren sollten. Es ist zwar noch viel zu früh, um die langfristigen Auswirkungen der russischen Militäraktion in der Ukraine vorherzusagen, wir können jedoch schon jetzt aus der Vergangenheit lernen, während wir die Situation weiter im Blick behalten.

In einem ohnehin schon volatilen Jahr haben wir vom Team für Portfoliokonstruktion und Strategie immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig ein ausgewogenes, flexibles und diversifiziertes Portfolio ist, um die Volatilität besser zu bewältigen. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen diesen disziplinierten Ansatz erneut: Anleger sind emotionale Individuen, und dieser Ansatz kann ihnen helfen, mehr Willenskraft aufzubringen, um in der bevorstehenden Ungewissheit investiert zu bleiben und sich dabei an das Hauptziel zu erinnern: Zeit im Markt ist wichtiger als Market-Timing.

Eine Diversifizierung garantiert weder das Erzielen von Gewinnen noch eliminiert es das Risiko von Anlageverlusten.

 

C-0222-42365 03-15-23