Das reale Wachstum der enggefassten Geldmenge (M1) über sechs Monate erholte sich im Februar zwar, blieb aber unter dem Wert von 3 %, den wir in früheren Beiträgen als Voraussetzung dafür genannt hatten, eine Erholung der Wirtschaft zu prognostizieren. Dieses Niveau wird wahrscheinlich im März übertroffen werden, teilweise aufgrund eines Anstiegs der Geldmenge in den USA. Das jährliche Wachstum der globalen Geldmenge M1 stieg unterdessen im März auf mehr als 5,5 %. Das würde gemäß der hier verfolgten Umschichtungsregel für konservative Aktienstrategien eine Empfehlung zur Rückkehr an die Märkte Ende April auslösen.

Die erste Grafik zeigt die Änderung der Industrieproduktion und der Geldmenge M1 in den G7-Staaten und sieben großen aufstrebenden Volkswirtschaften über den 6-Monats-Zeitraum. Die jüngsten Datenpunkte stammen aus dem Februar, wobei die Datenreihe für die Industrieproduktion teilweise geschätzt ist. Der Produktionseinbruch im Februar ist auf die Entwicklung in China zurückzuführen. Das Herunterfahren der Wirtschaft in anderen Ländern wird sich in den Daten für März widerspiegeln und dürfte dazu führen, dass der Produktionsrückgang auf Sicht von sechs Monaten mindestens so hoch ausfällt wie der Spitzenwert von -12,6 % (nicht annualisiert) während der globalen Finanzkrise im Januar 2009.

Das reale Wachstum der Geldmenge M1 über sechs Monate erhöhte sich von 1,7 % im Januar auf 2,4 % im Februar. Der Rückgang vom Höchststand von 2,6 % im September 2019 war der Hauptgrund dafür, dass wir zu Beginn des Jahres 2020 Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung als verfrüht ansahen. Allerdings signalisierten die Geldmengentrends keine Rezession. So blieb das reale Wachstum der Geldmenge M1 deutlich über dem Niveau vor früheren Rückgängen der Industrieproduktion.

Der Beschleunigung der Weltkonjunktur in den Jahren 2001, 2003, 2009, 2012 und 2016 ging jeweils ein Anstieg des sechsmonatigen realen Wachstums der Geldmenge M1 auf mehr als 3 % voraus. Dieser Wert wurde wahrscheinlich im März erreicht. Wöchentliche Daten aus den USA deuten darauf hin, dass das sechsmonatige nominale Wachstum der Geldmenge M1 in den Vereinigten Staaten um mehr als 2%-Punkte steigen wird. Dies würde das Wachstum der globalen Geldmenge um 0,6 %-Punkte erhöhen (siehe zweite Grafik). Der Rückgang des Ölpreises und anderer Rohstoffnotierungen wird unterdessen wahrscheinlich den sechsmonatigen Anstieg der Verbraucherpreise um mehr als 1%-Punkt dämpfen, was sich im März und April bemerkbar machen sollte.

Die von uns in früheren Beiträgen erörterte Umschichtungsregel für konservative Aktienstrategien empfiehlt eine Rückkehr an den Aktienmarkt nur dann, wenn 1.) das reale Wachstum der globalen Geldmenge M1 das der Industrieproduktion übertrifft und 2.) das jährliche reale Wachstum der Geldmenge über dem langfristigen gleitenden Durchschnitt von derzeit 5,5 % liegt. Die zweite Bedingung ist noch nicht erfüllt, da das jährliche Wachstum der Geldmenge im Februar 4,6 % betrug. Im März ist ein Anstieg auf über 5,5 % möglich und würde dann für eine Umschichtung zugunsten von Aktien Ende April sprechen. Die Regel berücksichtigt Verzögerungen bei der Datenpublikation. Die Regel hat bereits seit Ende Februar 2018 eine erhöhte Liquiditätsquote nahegelegt. Bei Befolgung der Regel hätte man im Zeitraum von 1970-2019 um durchschnittlich 3,6 %-Punkte pro Jahr besser abgeschnitten als eine Kaufen-und-Halten-Strategie.