• Im dritten Quartal sanken die weltweit ausgeschütteten Dividenden um 55 Mrd. USD auf 329,8 Mrd. USD, was auf bereinigter Basis einen Rückgang um 11,4 % bzw. einen Gesamtrückgang von 14,3 % darstellt.
  • Der Rückgang fiel weniger gravierend aus als im zweiten Quartal, da saisonale Muster im dritten Quartal Regionen der Welt favorisieren, in denen sich die Dividenden als belastbarer erwiesen haben.
  • China, Hongkong und Kanada zählten zu den wenigen grossen Ländern mit steigenden Dividenden. Die schwächsten Ergebnisse wurden derweil im Vereinigten Königreich sowie in Australien und den Niederlanden verbucht.
  • Insgesamt schütteten die im Index enthaltenen Schweizer Unternehmen im 3. Quartal 2020 1,8 Mrd. USD aus.
  • Die Dividendenkürzungen von Kühne + Nagel und Richemont führten im Vergleich zum Vorjahresquartal zu einem absoluten Rückgang der Dividendenzahlungen der Schweizer Unternehmen von 23,2 %. Dies entspricht auf bereinigter Basis einem Rückgang um 29,1 %.
  • Ein Drittel der Unternehmen senkte oder strich seine Ausschüttungen. Ermutigend war allerdings die Tatsache, dass einige Unternehmen ihre Dividenden wieder einführten.
  • Der JHGDI sank auf 176,0 – ein Niveau das zuletzt vor fast drei Jahren verzeichnet wurde.
  • Prognose für 2020 angehoben – Best-Case-Szenario jetzt -17,5 % (Verbesserung gegenüber zuletzt -19 %); Worst-Case-Szenario -20,2 % (gegenüber zuletzt -25 %).

Mit dem Fortschreiten der Pandemie sind auch ihre Auswirkungen auf die Fähigkeit der Unternehmen der Welt zur Ausschüttung von Dividenden sehr viel deutlicher geworden, wie die neueste Ausgabe des Janus Henderson Global Dividend Index zeigt. Im dritten Quartal sank die Summe der Ausschüttungen insgesamt um 55 Mrd. USD auf 329,8 Mrd. USD und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2016. Der Gesamtrückgang um 14,3 % entsprach einem Minus von 11,4 % auf bereinigter Basis, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Einbruch um 18,3 %[1] im zweiten Quartal darstellte. Die niedrigeren Auswirkungen spiegeln in erster Linie einen geografischen Mix im dritten Quartal wider, der Regionen der Welt betrifft, in denen sich die Dividenden als belastbarer erwiesen haben, insbesondere in Nordamerika und den Schwellenländern. Gleichzeitig ist es auch in Indiz dafür,  dass das Schlimmste inzwischen vorüber sein dürfte. Alles in allem erhöhten im dritten Quartal mehr als zwei Drittel der Unternehmen ihre Dividenden bzw. hielten sie stabil, während etwas weniger als ein Drittel der Firmen die Ausschüttungen kürzte oder komplett strich.

Das dritte Quartal ist die wichtigste Dividendensaison in China, und dort lagen die Auszahlungen 3,3 % über dem Vorjahresniveau. Drei Viertel der chinesischen Unternehmen erhöhten ihre Ausschüttungen oder hielten sie konstant. Auch Kanada und Hongkong zählten zu den wenigen bedeutenden Ländern, in denen die Dividenden ebenfalls erhöht wurden. Die schwächsten Ergebnisse wurden im Vereinigten Königreich sowie in Australien und den Niederlanden verbucht.

Australien zählt in Bezug auf Dividenden zu den am härtesten getroffenen Ländern weltweit. Hier gingen die Ausschüttungen auf bereinigter Basis um 40,3 % auf lediglich 9,6 Mrd. USD zurück, was dem niedrigsten Q3-Gesamtbetrag der letzten elf Jahre entspricht. Besonders starke Auswirkungen hatten die von Banken vorgenommenen Dividendenkürzungen. Im Vereinigten Königreich sanken die Ausschüttungen um 41,6 %, während in den Niederlanden die Sistierung von Dividenden durch Banken und Brauereien die Entwicklung stark belastete.

US-Unternehmen schütten zwei Drittel der weltweiten Dividenden  aus. Der relativ geringe Rückgang (-3,9 % in Q3 und unverändert in Q2) trägt in diesem Jahr dazu bei, die globalen Gesamtzahlen zu stützen. Acht von zehn US-Unternehmen behielten ihre Ausschüttungen im dritten Quartal bei oder erhöhten sie, wobei die Anstrengungen der Unternehmen zur Wahrung ihrer Liquiditätspolster Berichten zufolge vor allem zulasten von Aktienrückkäufen gingen. Janus Henderson schätzt, dass die Gesamtrendite für Aktionäre (Summe aus Dividenden und Aktienrückkäufen) in den USA in diesem Jahr der Entwicklung in den belastbareren europäischen Nationen entsprechen wird.

Unter Ausschluss von Australien lagen die Dividenden im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) genau auf dem Vorjahresniveau. Zurückzuführen war dies auf die geringeren Auswirkungen der Pandemie sowohl auf die Bevölkerung als auch die Wirtschaft, die stärkeren Bilanzen, die niedrigeren Ausschüttungsquoten sowie die Tatsache, dass sich viele der während des abgelaufenen Quartals vorgenommenen Ausschüttungen auf die Gewinne des Jahres 2019 bezogen und bereits vor mehreren Monaten festgelegt worden waren. Hongkong verzeichnete unter den Industrieländern das höchste Dividendenwachstum im dritten Quartal: Auf bereinigter Basis stiegen die Ausschüttungen um 9,9 % auf 21,7 Mrd. USD, was dem zweithöchsten jemals im Territorium verzeichneten Gesamtwert während eines Quartals entsprach.

Die stärksten Rückgänge wurden im dritten Quartal bei Unternehmen im Bereich der Nicht-Basiskonsumgüter verzeichnet. Hier wurden die Dividenden auf bereinigter Basis um 43 % gekürzt, wobei Automobilhersteller und Freizeitunternehmen die stärksten Einschnitte vornahmen. Auch Medien-, Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Banken wurden stark getroffen. Die höchste Belastbarkeit liess sich in Sektoren erkennen, die traditionell als defensiv gelten, unter anderem bei Pharmakonzernen, Lebensmittelherstellern und Lebensmitteleinzelhändlern, die ihre Ausschüttungen auf bereinigter Basis jeweils erhöhten.

Im April, als die pandemiebedingte Unsicherheit am höchsten war, hatte Janus Henderson berechnet, dass die globalen Dividenden in diesem Jahr um mindestens 15 % sinken könnten, auf bereinigter Basis jedoch sogar um bis zu 35 %. Im Juli verengte das Team diese Spanne auf -19 % bis -25 %. Inzwischen ist Janus Henderson zuversichtlich, dass der Wert letztendlich eher am oberen Ende unserer Erwartungen liegen wird. Das Best-Case-Szenario geht nun von einem bereinigten Rückgang um -17,5 % auf 1,20 Bio. USD aus, was einem Gesamtrückgang um -15,7 % entspricht. Unser Worst-Case-Szenario sieht einen bereinigten Dividendenrückgang um -20,2 % auf 1,16 Bio. USD vor (Gesamtrückgang von -18,5 %). Im Best-Case-Szenario würde das Dividendenwachstum der letzten drei Jahre ausgelöscht, was für Anleger in diesem Jahr entgangene Erträge in Höhe von 224 Mrd. USD bedeuten würde.

Fedor Plambeck, Director of Sales Schweiz bei Janus Henderson, erklärt: „Der 2020 zu erwartende Verlust von weltweiten Dividendenerträgen in Höhe von 224 Mrd. USD ist natürlich kein Grund zum Jubeln. Wir sind jedoch durch die Tatsache ermutigt, dass sich die Ausschüttungen in vielen Teilen der Welt, insbesondere in Asien, den USA, Japan und den Schwellenländern, als robust  erwiesen haben. Diese Widerstandskraft ist teilweise darauf zurückzuführen, dass Unternehmen Anleger gegenüber dem Einbruch  ihrer Geschäftstätigkeit abschotten wollen. Andererseits liegt dies auch daran, dass die Ausschüttungsquoten (der Anteil der ausgeschütteten Gewinne) in vielen Ländern der Welt zuletzt recht niedrig waren. Das Vereinigte Königreich, Australien und Teile Europas haben sich teilweise deshalb als anfälliger erwiesen, weil ihre Ausschüttungsquoten bereits zu hoch waren. Somit war für die betroffenen Unternehmen  eine Anpassung  überfällig. Nun verfügen sie über ein festeres Fundament für künftiges Wachstum. Hinzu kommt, dass zwei Fünftel der weltweiten Dividenden in der Vergangenheit in defensiven Sektoren ausgeschüttet wurden, die gegenüber der Krise relativ gut abgeschottet sind. Gleichzeitig sieht es so aus, als würden grosse Wachstumssektoren wie Technologie nahezu unbeschadet durch das Jahr 2020 kommen.

In der Schweiz sowie in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden konnten Unternehmen ausgesetzte Ausschüttungen wiederaufnehmen, häufig jedoch auf einem tieferen Niveau, wie es bei Kühne + Nagel der Fall ist. Trotzdem gehen wir davon aus, dass das diesjährige Gesamtvolumen der Ausschüttungen in der Schweiz leicht über dem Niveau von 2019 liegen wird.

2021 dürfte im ersten Quartal mit Kürzungen zu rechnen sein, in der Folge sollte sich die Entwicklung jedoch beleben. Die grosse Frage lautet: Was werden die Aufsichtsbehörden im Vereinigten Königreich, in Europa und in Australien im Hinblick auf Ausschüttungen durch Banken beschliessen? Und natürlich hängt sehr viel vom weiteren Verlauf der Pandemie sowie vom Schweregrad und der Dauer weiterer Lockdown-Massnahmen ab. Wir können Ihnen einen vorläufigen Ausblick geben:  In unserem Worst-Case-Szenario gehen wir davon aus, dass die Dividenden im kommenden Jahr auf bereinigter Basis unverändert bleiben werden. Unser Best-Case-Szenario hingegen sieht eine Erholung um rund 12 % vor.“

 

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Presse-Anfragen

IRF
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Hinweise für Redakteure

Die Janus Henderson Group (JHG) ist ein führender weltweit tätiger Vermögensverwalter, der sich der Unterstützung von Anlegern bei der Erreichung langfristiger finanzieller Ziele durch eine breite Palette von Anlagelösungen wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, quantitative Aktien, Multi-Asset- und alternative Anlagestrategien verpflichtet hat.

Janus Henderson verwaltet mit über 2.000 Mitarbeitern von Büros in 27 Städten der Welt aus ein Vermögen in Höhe von ca. 329 Mrd. CHF (Stand: 30. September 2020). Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in London und ist an der New Yorker Börse (NYSE) und der Australischen Wertpapierbörse (ASX) notiert.

Methodik

Janus Henderson analysiert jedes Jahr die von den 1.200 grössten Unternehmen nach Marktkapitalisierung (Stand: 31.12. des Vorjahrs) ausgeschütteten Dividenden. Die Dividenden werden am Tag der Ausschüttung im Modell erfasst. Sie werden brutto nach der am Ausschüttungsdatum festgestellten Anzahl der Aktien berechnet (das ergibt einen Näherungswert, da die Unternehmen in der Praxis den Wechselkurs kurz vor dem Ausschüttungstermin festsetzen) und zum dann gültigen Wechselkurs in USD umgerechnet. Werden Gratisaktien angeboten, wird angenommen, dass die Anleger zu 100% für Bargeld optieren. Durch dieses Vorgehen wird die Barausschüttung leicht überbewertet, doch nach unserer Auffassung ist dies die proaktivste Methode des Umgangs mit Gratisaktien. An den meisten Märkten macht das keinen wesentlichen Unterschied; an manchen, insbesondere europäischen Märkten, ist der Effekt jedoch grösser. Spanien ist dafür ein gutes Beispiel. In Streubesitz befindliche Aktien werden von dem Modell nicht berücksichtigt, da es in ihm darum geht, die Dividendenzahlungsfähigkeit der grössten börsennotierten Unternehmen der Welt ungeachtet der Zahl ihrer Aktionäre zu erfassen. Die Dividenden auf Aktien von Firmen, die nicht zu den „Top 1.200“ gehören, haben wir anhand der Durchschnittshöhe dieser Zahlungen im Vergleich zu den während des 5-Jahreszeitraums ausgeschütteten Dividenden von Grossunternehmen (die veröffentlichten Ertragsdaten entnommen wurden) geschätzt. Das heisst, sie werden als fester Anteil von 12,7% der gesamten Dividendenzahlungen der globalen „Top 1.200“-Unternehmen geschätzt und wachsen deshalb in unserem Modell im gleichen Tempo. Wir brauchen dadurch keine nicht belegten Annahmen über die Wachstumsrate der Dividenden dieser kleineren Unternehmen zu treffen. Alle Rohdaten wurden von Exchange Data International zur Verfügung gestellt. Die Analyse nahm Janus Henderson Investors vor.

[1] Aufwärtskorrektur gegenüber -19,1 % – nähere Einzelheiten sind dem Bericht zu entnehmen