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Kurzüberblick: Können wir den Planeten ernähren und trotzdem Netto Null erreichen?

Tal Lomnitzer, Portfoliomanager im Team für natürliche Ressourcen, erläutert die wichtigsten Ansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft und die bedeutenden Investitionsgelegenheiten.

Tal Lomnitzer, CFA

Tal Lomnitzer, CFA

Senior-Investmentmanager


14 nov. 2022
3 Minuten Lesezeit

Zentrale Erkenntnisse:

  • Die Emissionen aus den globalen Ernährungssystemen machen etwa ein Drittel der weltweiten Gesamtemissionen aus, und davon entfallen fast 40% auf die landwirtschaftliche Produktion.
  • Zu den bahnbrechenden Lösungen in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette gehören Initiativen, die sich auf die Verringerung der Lebensmittelverschwendung, die optimale Nutzung der ohnehin knappen Ressourcen und die Förderung von Innovationen in der nachhaltigen Landwirtschaft konzentrieren.
  • Allein in den USA hat die nachhaltige Landwirtschaft Investitionen in Höhe von 2,4 Billionen US-Dollar angezogen.

Das dringende Bestreben, den Kohlenstoff-Fußabdruck des Agrarsektors zu verringern und gleichzeitig der Notwendigkeit nachzukommen, die Weltbevölkerung zu ernähren, löst rasch eine Welle innovativer Lösungen und Technologien aus.

Bis 2050 müssen zwei Milliarden Menschen mehr ernährt werden

Das Bevölkerungswachstum scheint nicht abzuschwächen – daher muss die Nachfrage nach Nahrungsmitteln befriedigt werden, ohne den bereits beträchtlichen Emissionsfußabdruck des internationalen Agrarsektors noch zu vergrößern.

Bahnbrechende Lösungen in der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette ziehen beträchtliche Investitionen an. Die Initiativen konzentrieren sich vor allem auf die Verringerung der Lebensmittelverschwendung, die optimale Nutzung der bereits knappen Ressourcen und die Förderung von Innovationen in der nachhaltigen Landwirtschaft.

Allein in den USA hat die nachhaltige Landwirtschaft ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 2,4 Billionen US-Dollar erreicht.1

Dekarbonisierung der globalen Ernährungssysteme

Die Dringlichkeit, die Emissionen zu reduzieren, wird durch das enorme, weiter wachsende Emissionsprofil des Sektors deutlich. Die Emissionen der globalen Ernährungssysteme machen etwa ein Drittel der weltweiten Gesamtemissionen aus, und davon entfallen fast 40% auf die landwirtschaftliche Produktion. Die direkten Emissionen aus der Rinder- und Milchwirtschaft sind insgesamt größer als die Gesamtemissionen jedes beliebigen Landes mit Ausnahme von China.2

Das Diagramm zeigt die Anzahl an Kilogramm Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e), die benötigt werden, um ein einziges Kilogramm Lebensmittel zu produzieren, nach Kategorie. Rindfleisch ist zwar unglaublich emissionsintensiv, aber dieses und andere Probleme werden durch landwirtschaftliche Innovationen und veränderte Praktiken angegangen. Unterdessen tragen die verstärkte Produktion alternativer Proteine, die größere Verfügbarkeit frischer Produkte und die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten mit dem Ziel einer Verringerung des Fleischkonsums dazu bei, die Gesamtemissionen im Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion zu senken.

Treibhausgasintensität verschiedener Lebensmittel (kg CO2e pro kg Protein)

Quelle: McKinsey & Company, Agriculture and climate change, Reducing emissions through improved farming practices. (Landwirtschaft und Klima, Reduzieren von Emissionen durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken.) April 2020. Daten: Greenhouse gas emissions from pig and chicken supply chains: A global life cycle assessment (Treibhausgasemissionen der Lieferketten für Schweine und Hühner: Eine globale Ökobilanz), Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Rom; Greenhouse gas emissions from ruminant supply chains: A global life cycle assessment (Treibhausgasemissionen der Lieferketten für Rinder: Eine globale Ökobilanz), Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAQ) Rom; Analyse von McKinsey.

Ohne wesentliche Änderungen der gegenwärtigen Praktiken werden die Emissionen der Landwirtschaft bis 2050 voraussichtlich um 15-20% steigen, da die Weltbevölkerung wächst und der Pro-Kopf-Verbrauch an Nahrungsmitteln um 8-12% zunimmt.3

Landwirtschaftliche Praktiken neu überdenken

Die Verringerung der Emissionen im Zusammenhang mit dem Ernährungssystem erfordert Veränderungen an verschiedenen Fronten. Speziell in der Landwirtschaft können die Optimierung des Futtermittelmixes für Tiere, Fruchtfolgestrategien, regenerative Landwirtschaft und verbesserte Düngepraktiken helfen.

Darüber hinaus gibt es eine explosionsartige Zunahme neuer Agrartechnologien oder „Agtech“-Innovationen, die bereits einen wesentlichen Unterschied machen, darunter:

  • Bessere Pflanzengenetik zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Pflanzen.
  • Einsatz von Big Data, Internet der Dinge (IoT) und künstlicher Intelligenz (KI) zur Überwachung von Bodenfeuchtigkeit und Nährstoffzusammensetzung.
  • Einsatz von Drohnen zur präzisen Ausbringung von Dünger und Pestiziden.
  • Robotik/autonome Geräte zur Unterstützung der Aussaat, der Ausbringung von Düngemitteln und Chemikalien sowie der Ernte.
  • Der Wert des internationalen „Agtech“-Sektors wächst schnell. Im Jahr 2020 wurde er mit 9,11 Milliarden US-Dollar bewertet und dürfte bis 2027 voraussichtlich 32,50 Milliarden US-Dollar erreichen.4

Beim Erreichen von Netto Null spielt die Landwirtschaft unserer Meinung nach eine bedeutende Rolle, und für Unternehmen, die den Wandel erleichtern und sich ihm anschließen, eröffnen sich großartige Chancen.

 

1Farming for the Future (Landwirtschaft für die Zukunft), PWC. März 2022

2 Agriculture and Climate Change (Landwirtschaft und Klimawandel), McKinsey.

3 The future of food and agriculture (Die Zukunft von Ernährung und Landwirtschaft) – Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen

4.Agtech-Marktübersicht - Global Banking and Finance Review

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