In den letzten zwei Wochen wurden mit dem Lebensmittelkonzern Kraft Heinz und dem Kaufhausbetreiber Macy’s zwei US-Giganten von der Ratingkategorie Investment Grade in das Hochzinssegment herabgestuft. Dies schürt unter Anlegern die Angst, dass weitere Engel fallen könnten. Kraft Heinz gebührt nun der wenig rühmliche Titel des größten gefallenen Engels in den Industrieländern. Damit vergrößert sich das Volumen des High-Yield-Marktes um rund 23 Mrd. USD.

Portfoliomanager Tom Ross, zuständig für Unternehmensanleihe-Portfolios, erläutert seine Einschätzung zu den Herabstufungen. Er hält die Lage für weniger dramatisch als in den Medien dargestellt.

Zentrale Erkenntnisse

  • Die Angst vor einem massiven Anstieg des Angebots am Hochzinsmarkt könnte doch etwas übertrieben sein. Zwar gab es diverse Herabstufungen aus dem Ratingsegment BBB in die High-Yield-Kategorie. Insgesamt halten sich deren Auswirkungen auf die Märkte aber in Grenzen.
  • Immer noch gibt es mehr aufgehende Sterne, also Hochzinsemittenten, die in die Investment-Grade-Kategorie höhergestuft werden, als gefallene Engel. Hinzu kommen positive technische Faktoren in den USA wie der Zusammenschluss von Sprint und T‑Mobile, durch den sich die Spreads der Sprint-Anleihen verengt und auch andere US-Hochzinspapiere das Interesse von Anlegern geweckt haben.
  • Sind die zuletzt gefallenen Engel der Vorbote eines neuen Trends? Das glauben wir nicht. Bei einer Handvoll Emittenten sollten Anleger künftig auf der Hut sein. Das geringe Volumen an Anleihen mit Rating BBB, die derzeit in den USA wegen einer möglichen Herabstufung auf der Beobachtungsliste stehen, lässt aber keine plötzliche Welle an Herabstufungen in das Hochzinssegment befürchten.