
Die Märkte starteten unsicher ins Jahr 2026 und wurden durch geopolitische Instabilität in unterschiedliche Richtungen gezogen. Der Anfang März beginnende Konflikt im Nahen Osten rückte die Energiemärkte erneut deutlich in den Fokus. Unterbrochene Lieferungen durch die Straße von Hormus trieben die Ölpreise in die Höhe und schürten neue Inflationssorgen – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Zentralbanken versuchten, das Wachstum zu stabilisieren.
Dies hat für Anleger eine anspruchsvolle Mischung aus Risiken und Unsicherheiten geschaffen. Die Risikobereitschaft ist gesunken, da sich die Aufmerksamkeit immer mehr auf den Konflikt und seine Auswirkungen richtet. Gleichzeitig haben sich die Erwartungen an die Fiskal- und Geldpolitik verändert. Höhere Energiepreise erschweren den Zinsausblick. Die Unsicherheit infolge von Ankündigungen der Regierungspolitik über soziale Medien hat zu raschen Stimmungsschwankungen geführt. Der Weg zu einer dauerhaften Lösung bleibt im Unklaren.
Vor diesem Hintergrund ist die Widerstandsfähigkeit kleinerer globaler Unternehmen ein bemerkenswertes Merkmal des jüngsten Marktverhaltens. Normalerweise ist dies der Marktbereich, der in Phasen erhöhter Unsicherheit und restriktiver Politik besonders unter Druck gerät. Dies spiegelt unserer Meinung nach moderate Ausgangsbewertungen, positive Gewinnerwartungen sowie einen Wandel in der Herangehensweise der Anleger an die Märkte wider. Selbst in Phasen einer vorsichtigen Stimmungsaufhellung haben Anleger über die am stärksten gehaltenen Marktsegmente hinausgeschaut – ein Hinweis darauf, dass sich die Aufmerksamkeit nicht mehr so stark bündelt wie früher.
Ein Wendepunkt für die Marktkonzentration
In den vergangenen zehn Jahren wurden die Marktrenditen von einer kleinen Gruppe großer Technologieunternehmen dominiert (d. h. den „Magnificent 7“ – Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Nvidia und Tesla). Gleichzeitig haben höhere Zinsen, makroökonomische Unsicherheit und eine Präferenz für Liquidität größere, widerstandsfähigere Unternehmen begünstigt. Zusammen mit passiven Kapitalflüssen hat dies zu einer immer stärkeren Marktkonzentration geführt, wodurch Allokationen der Anleger implizit zu einer Wette auf Technologiewerte wurden.
Was sich derzeit zu ändern scheint, ist keine abrupte Trendwende, sondern eine schrittweise Ausweitung der Gewinner am Aktienmarkt. Der Fokus verschiebt sich von den Titeln, die in der Vergangenheit gut funktioniert haben, hin zur Frage, wo künftige Renditen herkommen könnten. Auslöser hierfür ist eine subtile Verhaltensänderung: Anleger achten stärker auf Bewertungen, hinterfragen überlaufene Trades kritischer und werden sich der Konzentration ihrer Portfolios zunehmend bewusst – insbesondere in einer Phase erhöhter geopolitischer Unsicherheit.
Die Dominanz der größten Unternehmen ist zwar weiterhin vorhanden, wird jedoch nicht mehr unhinterfragt hingenommen. Künstliche Intelligenz ist nach wie vor ein wichtiges Thema. Anleger blicken jedoch über die offensichtlichsten Profiteure hinaus und berücksichtigen auch kleinere Unternehmen in angrenzenden Wachstumsfeldern.
Gleichzeitig verbessert sich die Gewinnsituation für kleinere Unternehmen. In Verbindung mit den moderateren Ausgangsbewertungen im Vergleich zu globalen Large Caps (Abbildung 1) sind wir der Auffassung, dass dies selbst in einem uneinheitlichen Marktumfeld die Voraussetzungen für eine Neubewertung schafft.
Abbildung 1: Attraktive Bewertungen globaler Small Caps im Vergleich zu Large Caps

Quelle: Bloomberg, Janus HenderAnalyse von Janus Henderson Investors, Stand: 9. April 2026. Zeigt den globalen Bewertungsaufschlag/-abschlag von Small Caps gegenüber globalen Large Caps (Forward-KGV).
Hinweis: Verwendete Indizes: MSCI World Small Cap, MSCI World. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreffen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die zukünftigen Renditen..
Unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Stärken
Ähnlich wie ihre größeren Pendants bieten globale kleinere Unternehmen Zugang zu einer vielfältigen Auswahl an lokalen Volkswirtschaften und Sektorchancen. Im Gegensatz zu großen multinationalen Unternehmen sind sie jedoch in der Regel stärker an das inländische oder regionale Wachstum gebunden, was in einem stärker fragmentierten geopolitischen Umfeld von Vorteil sein kann. Sie sind zudem oft unternehmerischer und agiler und treiben häufig Fortschritte in spezialisierten Nischen voran, anstatt im großen Maßstab.
Ein weiteres prägendes Merkmal ist, wie wenig Beachtung ihnen geschenkt wird. Kleinere Unternehmen werden in der Regel untergewichtet und zu wenig analysiert, mit deutlich geringerer Abdeckung durch Aktienanalysten. Die Kombination aus geringerer Prüfung und stärker unterschiedlichen Ergebnissen schafft Chancen für aktive Anleger, die einen selektiven Ansatz verfolgen. Dies gilt insbesondere angesichts der im Vergleich zu Large-Cap-Unternehmen starken Gewinnprognosen für kleinere Unternehmen[1].
Es gibt jedoch auch wichtige Unterschiede zwischen den Regionen, die innerhalb der Small-Cap-Kategorie eine „eingebaute“ Diversifizierung bieten. In den USA unterstützen weit entwickelte Kapitalmärkte und eine ausgeprägte Innovationskultur eine breite Pipeline von Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und spezialisierte Industrie. In Europa ist der Markt stärker auf Industrie, Fertigung und exportorientierte Nischenunternehmen ausgerichtet. Viele davon verfügen über ausgeprägte technische Expertise und Preissetzungsmacht sowie Rückenwind durch Ausgaben in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur.
Japan bietet ein weiteres eigenständiges Profil, das sich durch hochwertige Industrie- und Technologieunternehmen auszeichnet. Eine verbesserte Corporate Governance und eine stärkere Fokussierung auf Renditen für Aktionäre tragen dazu bei, Wert in Unternehmen freizusetzen, die in der Vergangenheit übersehen wurden.
Marktineffizienz bedeutet Chancen für aktive Anleger
Globale kleinere Unternehmen bleiben einer der wenigen Bereiche echter Ineffizienz an den Aktienmärkten. Die begrenzte Analystenabdeckung und die Vielfalt an Chancen bedeuten, dass durch eingehende Research-Arbeit und aktives Engagement ein echter Mehrwert erzielt werden kann.
Dadurch steigt der Wert von Informationen im Small-Cap-Bereich, da die Ergebnisse bei kleineren Unternehmen stärker von unternehmensspezifischen Faktoren als von allgemeinen Marktbewegungen bestimmt werden. Die Streuung zwischen Sektoren und einzelnen Aktien ist groß, was bedeutet, dass die Unterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern erheblich sein können. Dies macht einen Research-gesteuerten, datengestützten Ansatz unerlässlich, mit einem Fokus auf Merkmale wie Eigenkapitalrendite, Bilanzstärke und die Nachhaltigkeit der Erträge.
Für Anleger, die bereit sind, eine langfristigere Perspektive einzunehmen, bietet dieser Teil des Marktes Zugang zu Unternehmen, die sich in einer früheren Phase ihres Wachstumspfads befinden. Schließlich haben viele der heute führenden Unternehmen, wie etwa Nvidia, als Small Caps begonnen. Dies soll nicht bedeuten, die Risiken zu übersehen; kleinere Unternehmen können volatiler sein und empfindlicher auf den Konjunkturzyklus reagieren. Die Bewältigung dieser Risiken erfordert einen disziplinierten, strukturierten Ansatz bei der Aktienauswahl.
Insgesamt sind wir der Ansicht, dass globale kleinere Unternehmen weiterhin ein überzeugendes Chancenspektrum bieten. In einem Markt, der lange von einer kleinen Gruppe großkapitalisierter Aktien („Large- und Megacaps“) dominiert wurde, bieten sie Diversifizierung, Zugang zu Innovationen und Zugang zu inländischen Wachstumstrends in verschiedenen Regionen. Das makroökonomische Umfeld bleibt unsicher. Für Anleger, die sich auf Fundamentaldaten konzentrieren, bleibt das Spektrum an Chancen innerhalb globaler kleinerer Unternehmen jedoch beträchtlich.
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Verweise auf einzelne Wertpapiere stellen keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, sein verbundener Berater oder seine Mitarbeiter können eine Position in den genannten Wertpapieren halten.
[1] Quelle: Bloomberg, Janus Henderson Investors, Stand: 9. April 2026. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreffen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die zukünftigen Renditen..
Aktives Investieren: Ein Investmentmanagementansatz, bei dem ein Fondsmanager durch Recherche, Analyse und die von ihm getroffenen Anlageentscheidungen aktiv versucht, einen bestimmten Index oder eine bestimmte Benchmark zu übertreffen oder zu schlagen.
Kapitalallokation: Die Aufteilung eines Portfolios auf unterschiedliche Assetklassen, Sektoren, geografische Regionen oder Wertpapierarten, um bestimmte Ziele hinsichtlich Risiko, Wertentwicklung oder Zeithorizont zu erreichen.
Bilanz: Ein Finanzbericht, der die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und das Eigenkapital eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammenfasst. Jedes Segment vermittelt den Anlegern eine Vorstellung davon, was das Unternehmen besitzt und schuldet, sowie von dem von den Aktionären investierten Betrag.
Diversifizierung: Eine Möglichkeit, das Risiko zu streuen, indem verschiedene Arten von Vermögenswerten oder Assetklassen in einem Portfolio gemischt werden, unter der Annahme, dass sich diese Vermögenswerte in jedem gegebenen Szenario unterschiedlich verhalten. Vermögenswerte mit geringer Korrelation sollten die größte Diversifizierung bieten.
Inflation: Teuerungsrate von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Der Verbraucherpreisindex (VPI) und der Einzelhandelspreisindex (RPI) sind zwei gängige Messgrößen für die Inflation.
Zinssätze: Der für die Aufnahme eines Kredits berechnete Betrag, angegeben als Prozentsatz des geschuldeten Betrags. Die Leitzinsen (der Bankzinssatz) werden im Allgemeinen von Zentralbanken wie der Federal Reserve in den USA oder der Bank of England im Vereinigten Königreich festgelegt und beeinflussen die Zinssätze, die Kreditgeber für ihre eigene Kreditvergabe oder Geldanlage berechnen.
Liquidität: ein Maß dafür, wie leicht ein Vermögenswert auf dem Markt gekauft oder verkauft werden kann. Vermögenswerte, die problemlos in großen Mengen auf dem Markt gehandelt werden können (ohne größere Preisbewegungen auszulösen), werden als „liquide“ bezeichnet.
Prämie: Wenn angenommen wird, dass der Marktpreis eines Wertpapiers über seinem zugrundeliegenden Wert liegt, spricht man von „trading at a premium“.
Eigenkapitalrendite (ROE): Der Nettogewinn eines Unternehmens (Einnahmen abzüglich Ausgaben und Steuern) über einen bestimmten Zeitraum, geteilt durch die Summe der von den Aktionären investierten Mittel. Er dient als Maß für die Rentabilität eines Unternehmens im Vergleich zu seinen Mitbewerbern. Eine höhere Eigenkapitalrendite (ROE) ist im Allgemeinen ein Hinweis darauf, dass ein Managementteam effizienter darin ist, eine Kapitalrendite aus Investitionen zu erwirtschaften.
Rendite/Return: Die Gesamtrendite eines Portfolios über einen bestimmten Zeitraum im Gegensatz zu seiner relativen Rendite gegenüber einer Benchmark. Er wird als Gewinn oder Verlust gemessen und als Prozentsatz des Gesamtwerts eines Portfolios angegeben.
Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von den Ansichten anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, die mit ihr verbundenen Berater oder ihre Mitarbeiter haben möglicherweise eine Position in den genannten Wertpapieren.
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