Weltweite dividenden klettern auf recordstände

21.08.2017

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​Die weltweiten Dividendenzahlungen kletterten im 2. Quartal auf USD 447,5 Milliarden und erreichten laut der aktuellen Ausgabe des Janus Henderson Global Dividend Index den höchsten Wert, der je in einem Quartal ermittelt wurde. Auf ausgewiesener (unbereinigter) Basis erhöhten sich die Ausschüttungen gegenüber dem Vorjahr um 5,4%. Das entspricht einem zugrunde liegenden, also um Währungsbewegungen, Sonderdividenden und andere Faktoren bereinigten Wachstum von 7,2%. Ein solch kräftiges Wachstum von Dividendenzahlungen wurde seit 2015 nicht mehr erzielt. In den USA, Japan, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Indonesien und Südkorea wurden zudem neue Quartalsrekorde aufgestellt.


Die wichtigsten Fakten
  • Das globale Dividendenwachstum beschleunigte sich im 2. Quartal und die Ausschüttungen erreichten ein neues Allzeithoch
  • Insgesamt erhöhten sich die Dividendenzahlungen um 5,4% auf USD 447,5 Milliarden
  • Das zugrunde liegende Wachstum lag mit 7,2% so hoch wie seit Ende 2015 nicht mehr, wobei alle Regionen Zuwächse verzeichneten
  • Die USA, Japan, die Schweiz, die Niederlande, Belgien, Indonesien und Südkorea verzeichneten neue Quartalsrekorde
  • Die Prognose für 2017 wurde auf USD 1,208 Billionen angehoben. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 3,9% und entspricht einem zugrunde liegenden Plus von 5,5%
Quelle: Janus Henderson Investors

Kontinentaleuropa spielt im 2. Quartal eine dominierende Rolle, da die meisten europäischen Unternehmen nur einmal im Jahr – im 2. Quartal – eine Dividende zahlen. Zwei Fünftel der weltweiten Dividendenzahlungen entfielen im Berichtszeitraum auf diese Region. Mit USD 149,5 Milliarden waren die zugrunde liegenden Ausschüttungen um 5,8% höher als im Vorjahr. Damit setzte sich die Beschleunigung des Dividendenwachstums fort, die schon 2016 registriert wurde. Die positive Entwicklung ist Ausdruck der verbesserten konjunkturellen Bedingungen in allen Teilen Europas. Knapp 86% der europäischen Unternehmen erhöhten ihre Dividende oder hielten sie gegenüber dem Vorjahr konstant. Die größten Zuwächse wurden aus kleineren Ländern gemeldet. So stellten Belgien und die Niederlande neue Allzeitrekorde auf. Doch auch aus größeren Ländern war Positives zu vermelden. In der Schweiz schnellten die Dividendenzahlungen auf zugrunde liegender Basis um 8,6% nach oben. Im Ergebnis wurde mit Ausschüttungen von insgesamt USD 24,8 Milliarden ein neues Allzeithoch erreicht. Die größte Dividendensteigerung verzeichnete dabei Streichen Lafarge Holcim, dessen Ausschüttung pro Aktie um ein Drittel höher ausfiel als im Vorjahr.

In Deutschland stiegen die Ausschüttungen um 8,0% auf USD 34,1 Milliarden, ein Plus von 7,5% auf zugrunde liegender Basis. Das Rekordwachstum von 2014 wurde damit allerdings nicht übertroffen. Deutsche Bank und Volkswagen zahlten ihren Aktionären wieder eine Dividende, wenn auch nicht auf früherem Niveau. Die Commerzbank strich unterdessen ihre Ausschüttung – Grund dafür ist eine kostspielige, schmerzhafte Restrukturierung. Das Geldhaus bildete damit jedoch eine Ausnahme: Beinahe neun Zehntel aller deutschen Unternehmen erhöhten ihre Ausschüttungen oder hielten sie stabil.

Die Dividenden französischer Unternehmen sanken auf ausgewiesener Basis um 1,0% auf USD 40,6 Milliarden, was hauptsächlich auf den geänderten Zeitpunkt der Zahlung von Total zurückzuführen war. Das zugrunde liegende Wachstum betrug solide 6,1%. Peugeot zahlte seine erste Dividende seit sechs Jahren nach einem Gewinnsprung, den der Autobauer einem verbesserten Sortiment, einer stärkeren Preisposition und gesunkenen Kosten verdankt. Insgesamt blieben die Ausschüttungen bei drei Vierteln der Unternehmen in Frankreich unverändert oder sie fielen höher aus als im Vorjahr.

Für Enttäuschung sorgten die Dividendenzahlungen in Spanien und Italien. So waren die spanischen Ausschüttungen mit USD 6,1 Milliarden um ein Zehntel niedriger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 6,3% auf ausgewiesener Basis. Telefonica halbierte die Dividende, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem Versuch gescheitert war, O2 zu verkaufen. In Italien spiegelten sich in einem Dividendenrückgang um 19,1% auf USD 8,3 Milliarden in erster Linie die Umstellung auf halbjährliche Zahlungen bei Enel und die Streichung der Ausschüttung von Unicredit wider. Auf zugrunde liegender Basis verzeichnete Italien dagegen ein Minus von nur 0,8%.

In den USA zog das Dividendenwachstum nach dem starken Rückgang von 2016 ebenfalls weiter an. Die Ausschüttungen erreichten im 2. Quartal mit USD 111,6 Milliarden einen neuen Höchststand. Das ausgewiesene Plus von 9,8% entsprach – nach Berücksichtigung der sehr hohen Sonderdividende von Costco – einem zugrunde liegenden Wachstum von 5,9%. US-Banken leisteten den größten Beitrag zum Dividendenwachstum, gefolgt von Software-Firmen, Pharmaunternehmen und Versorgern. Keine einzige Branche verzeichnete einen Dividendenrückgang.

In Japan, wo das zweite Quartal ebenfalls das wichtigste für die Dividenden ist, dauerte die positive Entwicklung an. Die Ausschüttungen stiegen auf die Rekordsumme von USD 31,6 Milliarden. Einem beeindruckenden zugrunde liegenden Wachstum von 11,8% stand allerdings ein ausgewiesenes Wachstum von nur 4,2% gegenüber. Verantwortlich dafür war der schwächere Yen. Nintendo und Mitsubishi erhöhten ihre Dividenden gegenüber dem Vorjahr am kräftigsten, während Japan Airlines seine Ausschüttung wegen fallender Gewinne deutlich reduzierte. Insgesamt erhöhten jedoch mehr als drei Viertel der japanischen Unternehmen ihre Dividenden auf Yen-Basis.

In einem vergleichsweise ruhigen Quartal in Asien erreichten Südkoreas Ausschüttungen einen neuen Rekordstand. Bei den Schwellenländern zählten unterdessen Indonesien, Brasilien, Russland und Mexiko zu den Spitzenreitern. Das Wachstum fiel von Land zu Land sehr unterschiedlich aus, doch insgesamt wurde ein Plus von 29,7% im Vorjahresvergleich registriert (27,1% auf zugrunde liegender Basis).
 
Von den großen Anlageregionen folgte nur das Vereinigte Königreich mit einem Rückgang der ausgewiesenen Dividenden um 3,5% auf USD 32,5 Milliarden dem allgemeinen positiven Trend nicht. Hauptgrund hierfür war das wesentlich schwächere Pfund. Auf zugrunde liegender Basis war mit 6,1% ebenfalls ein kräftiges Dividendenwachstum zu verzeichnen.
 
Zudem wurden Dividendensteigerungen über fast alle Branchen und Sektoren gemeldet. Die Hälfte der weltweiten Zuwächse der ausgewiesenen Dividenden gingen auf das Konto von Finanzinstituten und insbesondere Banken. Technologie-, Industrie- und Grundstoffunternehmen leisteten jedoch ebenfalls sehr erfreuliche Beiträge. Lediglich im Telekommunikationssektor wurden leicht sinkende Ausschüttungen registriert.
 
Das gute 2. Quartal und die weltweite Konjunkturbelebung hat Janus Henderson veranlasst, die Prognose für Dividendenausschüttungen im Jahr 2017 auf die Rekordsumme von USD 1,208 Billionen anzuheben – ein Plus von USD 50 Milliarden gegenüber der vorläufigen Prognose vom Januar. Dies entspricht einem zugrunde liegenden Wachstum von 5,5% im Vorjahresvergleich sowie einem Plus von 3,9% auf ausgewiesener Basis.
 
Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson: „Die gute derzeitige Verfassung der Weltwirtschaft schafft sehr günstige Voraussetzungen für die Unternehmensgewinne und Dividenden. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ausschüttungen in vielen Ländern auf ein Rekordniveau gestiegen sind. Diese positive Entwicklung bedeutet eine Normalisierung des Dividendenwachstums nach zwei relativ schwachen Jahren. Die erste Jahreshälfte 2017 verlief besser als wir erwartet hatten und auch die zweite Hälfte sieht vielversprechend aus. Hinzu kommt, dass der US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen seit unserem letzten Report noch etwas weiter gefallen ist. Wenn er auf dem aktuellen Niveau verharrt, wäre der Bremseffekt durch die Umrechnung der gezahlten Dividenden in US-Dollar im zweiten Halbjahr weniger stark. Ein globaler Ansatz bedeutet, dass negative Entwicklungen in einer einzelnen Region geringere Auswirkungen auf die insgesamt erzielten Dividendenerträge haben. Allerdings können sich die Anleger darüber freuen, dass wir gerade eine jener Phasen erleben, in denen die zugrunde liegenden Dividenden in allen Regionen synchron wachsen.“
 

Quelle: Janus Henderson Investors

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Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

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