Ausblick 2018 für europäische Aktien: Disruptoren, Wegbereiter und politische Risiken

22.11.2017

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Welche Erkenntnisse haben Sie aus 2017 gewonnen?

TS: Eine wesentliche Erkenntnis lautet, dass sich Geduld auszahlt, denn endlich ist der Konjunkturaufschwung in Europa angekommen. Auch an der politischen Front hat sich die Lage stabilisiert, wenn man einmal von Großbritannien und den USA absieht. In Europa geht es wieder rationaler zu. Und für die Märkte besonders wichtig: Die Unternehmensgewinne wachsen endlich wieder.

JR: Überdies war 2017 zu beobachten, dass Anleger nun bereit sind, die Disruption einzupreisen, möglicherweise schneller als je zuvor. Auch hat es sich ausgezahlt, die Firmen im Portfolio zu haben, die die Disruption vorantreiben, statt jener, die von ihr getrieben werden. Das war in etlichen Branchen zu beobachten, angefangen natürlich bei Amazon, das disruptive Veränderungen angestoßen hat, mit denen alle anderen nun zurechtkommen müssen. Kürzlich erfolgte Amazons Eintritt in den Lebensmitteleinzelhandel mit erheblichen Folgen für die gesamte Branche in Europa.

Disruptive Kräfte sind auch in der Automobilindustrie am Werk, siehe Elektroautos, die ihren Marktanteil stetig vergrößern. Und wer sind die Nutznießer dieser Entwicklung? Umicore, das Batterien entwickelt, und der Zulieferer Continental, den wir im Portfolio haben. Beide werden ohne Zweifel vom Verkauf von Komponenten für elektrisch betriebene Autos im Gegensatz zu solchen mit Verbrennungsmotor profitieren.

Was sind 2018 die zentralen Themen für die europäischen Märkte und wie beeinflusst das die Positionierung des Portfolios?

TS: Europa wird wohl auf Erholungskurs bleiben, Großbritannien eher nicht. Dort machen sich erste Probleme wegen der durch den Brexit ausgelösten Verunsicherung bemerkbar. In Europa dürften also Wirtschaft und Gewinne der Unternehmen weiter wachsen. Ich vermute, dass wir das Jahr mit Schätzungen zum Gewinnwachstum von rund 10% für 2018 beginnen, was natürlich hoffen lässt. Andererseits müssen wir uns aber auch darauf einstellen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Drosselung ihrer quantitativen Lockerungsmaßnahmen fortsetzt.

Die große Debatte Ende 2017 und Anfang 2018 wird sich darum drehen, ob sich die Inflation wieder nachhaltig beschleunigt. Falls ja, bleiben Fragen wie, auf welchem Niveau 10-jährige Staatsanleihen dann gehandelt werden, was das für die Aktienmärkte bedeutet und wann die EZB mit dem Anziehen der Zinszügel beginnt. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen frühestens im Verlauf von 2019 angehoben werden.

JR: Leider müssen wir wohl auch über Politik reden. 2017 hat sich der politische Ausblick für Europa als Ganzes deutlich aufgehellt. Aber es wäre doch reichlich naiv zu denken, dass damit die politischen Risiken vom Tisch sind. Man denke nur an die jüngsten Ereignisse in Katalonien. Sie zeigen, dass wir auch weiter mit politischen Risiken rechnen müssen, die direkte Folgen für Märkte, Aktien und Bewertungen haben.

Die beiden Dinge, die auch 2018 Anlass zur Sorge geben sollten, sind der Brexit und Italien. Das heißt, der Brexit und die britische Politik im Allgemeinen: Gerade ist die Regierung auf dem besten Weg, sich selbst zu zerlegen. Und die Brexit-Verhandlungen können allenfalls als stagnierend und schleppend bezeichnet werden. Das gibt uns schon zu denken. Seit Jahren gewichten wir britische Binnenwerte unter und haben diese Position unmittelbar nach dem Brexit-Referendum weiter verstärkt, was sich nach wie vor richtig anfühlt.

Italien ist das zweite Sorgenkind, auch wenn sich derzeit kaum sagen lässt, wie es dort weitergeht. Demnächst stehen Wahlen in einer stark zersplitterten Parteienlandschaft an. Und wer als Sieger daraus hervorgehen wird, ist ungewiss. Unklar ist auch, ob der Wahlsieger ein EU-Gegner oder -Befürworter sein wird, und ob er dafür die Unterstützung der Menschen hat.

Was sind die zentralen Risiken und Chancen in 2018?

TS: Um die zentralen Chancen für 2018 zu beleuchten, hilft ein Blick in den Rückspiegel. Viele unserer Anlagen mit langfristigem Horizont sind 2017 sehr gut gelaufen. Einige Titel aus der Technologiebranche wie Amadeus und Infineon haben sich sehr stark entwickelt. Ein Trend, der sich 2018 unseres Erachtens fortsetzen wird. Eine weitere seit Langem im Fonds befindliche Position, die Deutsche Post, verbucht seit etwa zwei Jahren sehr starke Kursgewinne und mausert sich zum Wegbereiter für andere. Sie hilft ihren Kunden, deren Produkte auszuliefern. Die Kunden können sich so auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren und dort Fortschritte machen. Solche Aktien dürften weiter vorrücken, obwohl sie bereits eine ansehnliche Performance erzielt haben und ihre Bewertungen damit höher sind als zum Zeitpunkt, als wir unsere Position vor einigen Jahren aufgebaut hatten.

JR: Seit Jahren ist auch das Sparen fürs Alter ein wichtiges Thema. Weltweit und besonders in Europa bürdet der Staat diese Last zunehmend den Bürgern auf. Wir versuchen davon zu profitieren, indem wir uns bei Anbietern von Sparprodukten für Kleinanleger engagieren. Das Problem dabei: Auf diese Anbieter, bei denen es sich weitgehend um Fondsgesellschaften handelt, wächst der Druck, in allen Bereichen die Gebühren zu senken. Wir suchen daher nicht nur nach einem guten Anbieter solcher Dienstleistungen, sondern nach einem mit niedriger Kostenstruktur.


Abkürzungen:

JR: James Ross

TS: Tim Stevenson

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Glossar:

Disruption/Disruptor: Disruptoren sind in einen Markt eindringende, innovative und häufig sehr dynamische Firmen, spezialisiert auf die Entwicklung neuer Technologien, Produkte oder Dienstleistungen, die billiger oder besser als bestehende sind. Damit können sie etablierte Geschäftsabläufe, Strukturen und das Wettbewerbsumfeld in vielen Bereichen ins Wanken bringen.

Inflation: Rate, mit der sich Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft verteuern.

Quantitative Lockerungen: Maßnahmen einer Zentralbank, mit denen sie im großen Stil Geld schafft, um Staatsanleihen oder andere Kreditinstrumente zu kaufen und damit die Wirtschaft anzukurbeln.

Untergewichtung: Wenn ein bestimmtes Unternehmen, eine Branche oder ein Marktbereich (einschließlich ganzer Länder) in einer Strategie weniger stark vertreten ist als in der Vergleichsgruppe, einer relevanten Benchmark oder einem Index.

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