UK Absolute Return: alle Augen auf die Währung

05.06.2018

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Luke Newman, Co-Manager der UK Absolute Return Strategie, geht davon aus, dass wir uns auch im Rest des Jahres auf Marktschwankungen einstellen müssen. In diesem Artikel hebt er zwei Schlüsselthemen hervor, mit denen sich Long/Short-Aktienanlegern Chancen bieten können: Währungsschwankungen und Überschuldung im Unternehmenssektor.

Wie haben die Marktereignisse in diesem Jahr Ihren Fokus verändert?

Nach einer Phase anhaltend niedriger Volatilität und langsam steigender Aktienmärkte, einer Abschwächung der wirtschaftlichen Leitindikatoren und der Geldmengenaggregate sowie der Sorgen um die Entwicklung von Inflation und Zinsen kam es Anfang 2018 zu einem starken Ausverkauf und einer Rückkehr zu „normaleren“ Volatilitätsniveaus. Vor diesem Hintergrund haben wir uns darauf konzentriert, unsere Anleger mit aktiven Short-Positionen vor allgemeinen Markteinbrüchen zu schützen und taktische Positionen zu nutzen, um diese Volatilität in einen stetigen Ertragsstrom umzuwandeln

Welche Faktoren werden aus Ihrer Sicht den Rest des Jahres beeinflussen?

Wegen Unsicherheiten über die Zentralbankpolitik und die weltweite Geopolitik ist wohl mit einer anhaltend volatilen Marktphase und dahintreibenden Aktienmärkten zu rechnen. Mit dieser Volatilität gehen jedoch auch rationalere und gesündere Kurse einher (in Form niedriger Korrelationen zwischen Aktien), die unverändert günstige Rahmenbedingungen für auf Stockpicking fokussierte Long/Short-Aktienanleger bedeuten, zu denen wir gehören.

Ein wesentlicher Faktor, der weiterhin enormen Einfluss auf die Aktienrendite hat, ist die Währung. Und dieser Einfluss macht sich 2018 bislang in Form eines wiedererstarkten Pfund Sterling bemerkbar, das schwer auf den Renditen des britischen Aktienmarktes lastet. Verantwortlich dafür sind die vor allem im Ausland erwirtschafteten Umsätze der Firmen im FTSE 100 Index. Am britischen Markt machen wir uns jedoch die Erholung des britischen Pfund zunutze. Hierzu setzen wir selektiv Long-Positionen auf Aktien von Konsumgüterfirmen auf, die einen erheblichen Anteil ihrer Rohstoffe und Waren aus dem Ausland beziehen (und daher tendenziell von einem stärkeren Pfund Sterling profitieren), wie z.B. Supermärkte und Bekleidungsunternehmen. Das steht im Gegensatz zu der langen Periode der Pfund-Schwäche nach der Brexit-Abstimmung, als unsere Strategie bei etlichen auf den heimischen Markt ausgerichteten Unternehmen unter dem Strich „short“ positioniert war.

Überdies könnte es demnächst nach einer Schwächephase zu einer Erholung beim Dollar kommen – was sich für viele nach einer antizyklischen Wette anhören mag. Wenn bei einigen oder all den Themen mit Blick auf die USA wie NAFTA*-Verhandlungen, Nordkorea, Bankenregulierung und Schuldenobergrenze eine Einigung erzielt wird, sehen wir den britischen Aktienmarkt als eine ausgezeichnete Plattform, über die Anleger die anschließende Erholung des Greenback nutzen können. Und zwar mithilfe in London gelisteter Unternehmen, die ihre Gewinne jedoch vornehmlich in Dollar erzielen. Verbunden mit der Fähigkeit der Strategie, bis zu 40% des Anlagevermögens im Ausland zu investieren, können wir uns Währungsschwankungen und Fehlbewertungen weltweit zunutze machen. Unsere Flexibilität ermöglicht es uns darüber hinaus, das Portfolio schnell an Veränderungen im Makroumfeld anzupassen.

Welche neuen Themen und Anlagechancen sehen Sie für die nächste Zeit?

Ein zentrales Thema für die Strategie, das in nächster Zeit in den Mittelpunkt rücken dürfte, ist die Überschuldung. Beim Ausverkauf im Februar und März (und der anschließenden Rally) mussten sich viele Unternehmen mit überschuldeten Bilanzen in beiden Zeiträumen tendenziell dem Markt geschlagen geben. Ihr hoher Fremdmittelanteil könnte sich als problematisch erweisen, wenn die Anleiherenditen steigen und die Kreditkonditionen, -laufzeiten oder -vergabepraktiken nicht mehr so großzügig sind wie zuletzt. Wir sehen zahlreiche gute Möglichkeiten bei Firmen aus den Branchen Verbrauchsgüter, Freizeit und Unternehmensdienstleistungen mit hoher Verschuldungsquote, deren Geschäftsmodelle in einem Umfeld mit steigenden Zinsen unter Druck geraten könnten. Unser Short-Buch haben wir daher vorsichtig in Richtung auf eine solche Fokusverschiebung positioniert und unser Engagement in diesem Thema taktisch ausgeweitet.

*NAFTA ist die Abkürzung für Nordamerikanisches Freihandelsabkommens.

 

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von denen anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere, Fonds, Sektoren oder Indizes in diesem Artikel stellt weder ein Angebot oder eine Aufforderung zu deren Erwerb oder Verkauf dar, noch ist sie Teil eines solchen Angebots oder einer solchen Aufforderung.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.

Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten.

Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar.

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