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IWF-Frühjahrstreffen – Schwellenländer in einer Welt höchster Unsicherheit

Bei der Frühjahrstagung 2026 von IWF und Weltbank wurde ein widerstandsfähiges, jedoch fragiles globales Umfeld deutlich: Die Unsicherheit ist gestiegen und Extremrisiken haben zugenommen, dennoch sind die Märkte ruhig geblieben. Während die Risiken im Zusammenhang mit der US-Politik, geopolitischen Entwicklungen und fiskalischen Belastungen in den Industrieländern zunehmen, bieten Schwellenländer robuste Fundamentaldaten, eine verbesserte politische Glaubwürdigkeit und Diversifikationspotenzial. Laut Mia Soderberg und Thomas Haugaard spricht die Energiepreisvolatilität für ein selektives, nicht beta-getriebenes Engagement in Schwellenländern.

26. Mai 2026
15 Minuten Lesezeit

Zentrale Erkenntnisse:

  • Die Unsicherheit ist hoch, aber eine widerstandsfähige Weltwirtschaft, ein robustes, durch KI-Investitionen unterstütztes US-Wachstum und die Suche nach Diversifizierung treiben die Risikobereitschaft an. Die Märkte preisen eher eine mögliche globale Abschwächung als eine Rezession ein. EM wird zunehmend als strukturelle Diversifizierungsstrategie betrachtet und nicht nur als einfache Risk-on-Beta.
  • Energie ist der ausschlaggebende Faktor; die Titelauswahl ist wichtiger als die Richtung. Ein kurzfristiger Energieschock ist verkraftbar, doch ein anhaltender Schock birgt die Gefahr, dass sich die Inflationserwartungen lösen, sich die Finanzierungsbedingungen verschärfen und das Wachstum geschwächt wird. Stärkere Ausgangsfundamentaldaten in den Schwellenländern bedeuten Streuung, nicht einheitlichen Stress.
  • Wir glauben, dass sich der relative Wert in Richtung EM verschiebt, da die fiskalischen Risiken in den DM steigen. Anhaltende Defizite in den entwickelten Märkten und Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit verbessern die relative Bewertungsargumentation für EM, insbesondere dort, wo politische Glaubwürdigkeit und institutionelle Stärke dauerhaft sind.

Diese Research Note basiert auf unserer Teilnahme an den Frühjahrstagungen 2026 von IWF und Weltbank und spiegelt unsere Erkenntnisse aus Treffen, Gesprächen und öffentlichen Sitzungen wider, die im Laufe der Woche stattgefunden haben.

Zusammenfassung

Die Diskussionen auf der Frühjahrstagung 2026 von IWF und Weltbank bestätigten ein zentrales Paradoxon: Die globale Unsicherheit ist auf einem historischen Hoch, die Risikobereitschaft bleibt jedoch robust. Dies spiegelt wider, dass die Weltwirtschaft weiterhin widerstandsfähig bleiben dürfte und zunehmende Abwärtsrisiken bislang Risikoszenarien und nicht das Basisszenario darstellen. Aus Sicht der Schwellenländer war unsere wichtigste Erkenntnis, dass dies keine Selbstzufriedenheit widerspiegelt, sondern eine rationale Verschiebung hin zur Suche nach Diversifikation bei gleichzeitig soliden Fundamentaldaten zu Beginn der Krise. In einer von der Unsicherheit der US-Politik, geopolitischen Risiken und großen fiskalischen Ungleichgewichten in den entwickelten Märkten geprägten Welt profitiert EM von neuem Interesse an Diversifizierung, verbesserten Fundamentaldaten und größerer politischer Glaubwürdigkeit.

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Globales Makroumfeld: Von günstiger Disinflation zu energiegetriebener Unsicherheit

Bis April versuchten die Märkte, robuste wirtschaftliche Aktivität und weiterhin verankerte Inflationserwartungen mit einem geopolitischen Schock, der über Energiepreise, Lieferketten und das Vertrauen wirkt, in Einklang zu bringen. Dabei ist die zentrale makroökonomische Frage nicht nur die Richtung des Ölpreises, sondern auch die Dauer erhöhter Energiekosten und der damit einhergehenden Unsicherheit.

Die Weltwirtschaft startete 2026 mit einem Wachstum leicht oberhalb des Potenzials. Unterstützt wurde sie dabei durch starke Arbeitsmärkte, robuste Investitionen – insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) und Infrastruktur – sowie weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen. Diese günstige Ausgangslage sorgte für Widerstandsfähigkeit, als die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalierten und die Energiepreise stiegen. Unsere Erkenntnis aus der Frühjahrstagung ist, dass das Basisszenario weiterhin von einem begrenzten Schock ausgeht, den die Weltwirtschaft mit überschaubaren Wachstumsrevisionen und begrenzten Zweitrundeneffekten bei der Inflation absorbiert. In vielen Gesprächen wurde jedoch auch über ungünstige Szenarien diskutiert, in denen derselbe Schock über Entankerungsrisiken, restriktivere Finanzierungsbedingungen und eine breitere „Wachstumssteuer“ infolge schwächerer Investitionen und eines geringeren Vertrauens makroökonomisch relevant wird. Der Ausblick wurde daher als stark abhängig von Dauer und Ausmaß des Konflikts eingeschätzt.

Wir sind der Ansicht, dass die Extremrisiken inzwischen auch den Übergang von einem regionalen geopolitischen Schock zu einem umfassenderen globalen makroökonomischen Schock umfassen, mit erheblichen Abwärtsrisiken für das Wachstum und erneutem Aufwärtsdruck auf die Inflation. In einem solchen Szenario würden die politischen Zielkonflikte schärfer zutage treten, insbesondere für Zentralbanken, die ihre mühsam errungene Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung wahren wollen. Wichtig ist, dass die Puffer für Widerstandsfähigkeit kleiner werden, die Finanzmärkte diese Abwärtsrisiken jedoch nach wie vor weithin als nicht ausreichend eingepreist wahrnehmen. Wir sind der Ansicht, dass vor dem Hintergrund dieses fragileren und asymmetrischeren globalen Umfelds der erneute Fokus auf Diversifizierung – und die relative Positionierung der Schwellenländer – bewertet werden sollte.

Eine der klarsten positiven Erkenntnisse aus den Meetings war die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der Schwellenländer in einer Phase erheblicher globaler Belastungen. Diese Widerstandsfähigkeit ist nicht unbemerkt geblieben. Ein wiederkehrendes Thema in den Panels und den bilateralen Gesprächen war, dass Anleger die Investmentthese für Schwellenländer als Quelle fundamentaler Diversifikation aktiv neu bewerten. Nach Jahren, in denen der US-Exzeptionalismus die Allokationen dominierte, lenken die Kombination aus verbesserten Fundamentaldaten der Schwellenländer, zuletzt starken Renditen und dem wachsenden Wunsch, Portfoliokonzentrationen zu reduzieren, wieder Kapital in diese Anlageklasse. Dies markiert eine potenziell bedeutsame Veränderung der Anlegerstimmung und -positionierung, die von Dauer sein dürfte.

Der allgemeine Ton der Meetings war vorsichtig konstruktiv:

  1. Konstruktiveres Basisszenario als befürchtet. Die Weltwirtschaft zeigt sich zwar robust, doch die Puffer werden kleiner. In den offiziellen Gesprächen des IWF wurde betont, dass viele Schwellenländer mit größeren Puffern und verbesserten politischen Rahmenbedingungen in diesen Schock gegangen sind als 2022. Die Rückverlagerung wichtiger Güter wie Düngemittel, Öl und Gas in Kombination mit erheblichen Investitionen in erneuerbare Energiequellen hat die Widerstandsfähigkeit erhöht.
  2. Bewusstsein für enge Bewertungen: Es bestand breite Einigkeit darüber, dass sich die Finanzmärkte angesichts des heutigen Risikoumfelds überraschend ruhig zeigen.
  3. Extremrisiken bleiben relevant: Die Einordnung „begrenztes Basisszenario versus nichtlineare Extremrisiken“ wurde häufig wiederholt, insbesondere mit Blick auf das Energieangebot, die Lagerbestände und die Vertrauenseffekte.

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In unseren Gesprächen bei den Frühjahrssitzungen stachen drei Schwellenländer zentrierte Themen hervor:

1. Diversifikation ist nicht länger optional

Derzeit wird die Unsicherheit vor allem durch die US-Politik bestimmt: fiskalische Drift, Risiken in der Handelspolitik und geopolitische Signale. Ein synchroner globaler Abschwung spielt hingegen eine geringere Rolle. In diesem Umfeld richten Anleger ihren Fokus zunehmend auf Szenarioanalysen statt auf Punktprognosen. Zugleich hat die Suche nach echter Diversifikation spürbar an Bedeutung gewonnen.

Die Diversifikation weg vom US-Dollar verläuft zwar langsam, ist aber real. Laut Berichten verkauften Asset Owner im April mehr US-Dollar als in den vergangenen zehn Jahren. Schwellenländer verzeichneten im vergangenen Jahr erstmals seit zehn Jahren wieder Zuflüsse. Schon eine kleine Rotation aus dem US-Dollar kann auf kleineren Schwellenländermärkten eine überproportionale Wirkung entfalten. Dieser Trend stützt die These, dass Anleger nach fundamentaler Diversifikation jenseits traditioneller Allokationen in Industrieländern suchen.

In diesem Kontext stechen Schwellenländer hervor. Die Anlageklasse ist über Wachstumsmodelle, Rohstoffexposures und politische Rahmenbedingungen hinweg sehr heterogen und lässt sich nicht länger treffend als einheitlicher Beta-Trade beschreiben. Verbesserte makroökonomische Rahmenbedingungen in vielen Ländern sowie selektive idiosynkratische Chancen stützen das erneute Anlegerinteresse.

Implikation: Das Engagement in den Schwellenmärkten sollte eher als Quelle struktureller Diversifizierung denn als zyklisches Risk-on-Beta eingeordnet werden, wobei die Länderallokation und die Streuung besonders zu betonen sind.

2. Es bestehen Risiken eines Energieschocks, aber die Ausgangslage ist stärker

Geopolitische Spannungen und Energiesicherheit stehen erneut im Zentrum der globalen Betrachtung. Die makroökonomische Übertragung von Energieschocks unterscheidet sich heute jedoch deutlich von früheren Episoden. Die globale Energieabhängigkeit ist zurückgegangen, Lieferketten sind flexibler und politische Reaktionen sind breiter angelegt sowie besser koordiniert. Die in Stressphasen – insbesondere bei Energieschocks – üblicherweise zu beobachtende Stärke des US-Dollars hat den Druck auf die Schwellenländer bislang nicht verstärkt.

Sowohl die Weltwirtschaft als auch die Schwellenländer gingen aus einer Position relativer Stärke in diesen Schock hinein. In den Schwellenländern sind die externen Verwundbarkeiten im Allgemeinen geringer, die Reserven höher und die makroökonomischen Rahmenbedingungen glaubwürdiger als in früheren Zyklen. Eine starke, mehrjährige Bilanz von Heraufstufungen staatlicher Ratings spiegelt diese Verbesserungen wider. Insgesamt wurden die Fundamentaldaten der Schwellenländer besser eingeschätzt als während des Russland-Ukraine-Schocks im Jahr 2022.

Energie bleibt jedoch ein zentraler Differenzierungsfaktor. Das wichtigste Risiko für Schwellenländer ist dabei weniger der Energieschock selbst, sondern vielmehr die Frage, ob er die Glaubwürdigkeit der Politik einzelner Länder untergräbt. Nettoimporteure sehen sich der klassischen doppelten Herausforderung aus Leistungsbilanzdruck und fiskalischem Druck gegenüber. In einigen Fällen steigt zudem die Wahrscheinlichkeit politischer Fehlsteuerungen durch erneute Subventionen. Exporteure können fiskalisch und extern profitieren – allerdings nur, wenn ihre Rahmenbedingungen prozyklische Ausgaben verhindern und die Glaubwürdigkeit wahren. Entscheidend ist, dass derselbe Ölpreis je nach politischer Reaktion eines Landes kreditpositiv oder kreditnegativ wirken kann – je nachdem, ob diese zielgerichtet und finanziert oder verzerrend und unbegrenzt ist.

Auswirkung: Die Energievolatilität dürfte die Streuung innerhalb der Schwellenländer erhöhen, anstatt als einheitlicher Gegenwind zu wirken. Die Glaubwürdigkeit der Politik ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.

3. In einer von Schulden belasteten Welt der Industrieländer sprechen relative Bewertungen für die Schwellenländer.

Ein prägendes Merkmal des globalen makroökonomischen Umfelds ist die Kombination aus hohen und anhaltenden fiskalischen Defiziten in den Industrieländern sowie einem beispiellosen Investitionszyklus im Zusammenhang mit KI und Energieinfrastruktur. In Anlegergesprächen gewinnen Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit der Industrieländer zunehmend an Bedeutung.

Dieses Umfeld verbessert die relative Bewertungsargumentation für Schwellenländer deutlich. Zwar werden Anlagen in Schwellenländern weiterhin mit einer Risikoprämie gehandelt, doch die Begründung für extreme Bewertungsunterschiede ist schwächer geworden. Viele Schwellenländeremittenten weisen heute eine stärkere Verankerung der Inflation, mehr fiskalische Disziplin und glaubwürdigere Institutionen auf als in früheren Jahrzehnten.

Implikation: Relative Bewertungen sprechen zunehmend für EM, insbesondere dort, wo sich verbessernde Fundamentaldaten mit glaubwürdigen politischen Rahmenbedingungen einhergehen.

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Ausgewählte regionale und länderspezifische Erkenntnisse

Lateinamerika: Relative Attraktivität, Politik als entscheidender Faktor

Ein wiederkehrender Anlegerfokus war, dass Lateinamerika in einer konfliktgeprägten Welt von „geopolitischer Distanz“ profitiert und dass nicht allein die Makroökonomie, sondern die Politik die Streuung bestimmen wird. Sicherheit und Wahlen wurden wiederholt als wichtige kurzfristige Treiber hervorgehoben, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Brasilien und Kolumbien. Die Region bietet in ausgewählten Hochzinssegmenten weiterhin attraktive Carry-Möglichkeiten. Dieses Thema ist jedoch nicht einheitlich: Die Wahlen mit der größten Wirkung sowie die Glaubwürdigkeit des fiskalischen Managements bleiben entscheidende Differenzierungsfaktoren.

Argentinien

Die Stimmung am Markt ist optimistisch. Die Schocktherapie von Präsident Javier Milei zeigt Wirkung und die Zwischenwahlen im Jahr 2025 markierten einen politischen Wendepunkt: Der Peronismus verlor erstmals seit 40 Jahren seine Mehrheit im Senat. Die Reformagenda wird auf die Bereiche Deregulierung, Steuern, Renten sowie Bergbau, Öl und Gas im Rahmen des Anreizsystems für Großinvestitionen (RIGI – Régimen de Incentivo para Grandes Inversiones) ausgeweitet. Allerdings bleiben ausländische Direktinvestitionen zurück, da es lange dauert, bis das Vertrauen der Anleger wiedergewonnen ist. Der Aufbau von Devisenreserven ist jedoch glaubwürdig, sodass ein Marktzugang in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich ist. Die Ratingagenturen beurteilen die Entwicklung zwar konstruktiv, wollen jedoch zunächst eine bestätigte Tragfähigkeit der Zahlungsbilanz sehen.

Ecuador

Der IWF ist positiv gestimmt, und die Märkte gewähren Ecuador einen Vertrauensvorschuss. Dies ist auf die politische Stabilität und die erfolgreiche fiskalische Umsetzung unter dem Dach des IWF zurückzuführen. Die wichtigste Schwäche ist jedoch das Fehlen einer klaren Wachstumsstrategie jenseits der fiskalischen Konsolidierung: Die Bergbaupolitik ist uneinheitlich und ausländische Direktinvestitionen stagnieren. Öl ist zu einem Preis von 75 US-Dollar je Barrel abgesichert. Diese Aussagen entsprechen weitgehend unseren Eindrücken von unserem Besuch in Quito Anfang dieses Jahres.

Panama

Der wichtigste Treiber ist das Wachstum: Die Wirtschaft entwickelt sich außergewöhnlich gut, wobei die Kanaleinnahmen von der hohen Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG) profitieren. Die Wiedereröffnung der Mine ist der entscheidende Swing-Faktor. Umfragen zeigen inzwischen eine öffentliche Unterstützung von über 50 %, allerdings gibt es noch keinen klaren Zeitplan. Der negative Ausblick von Moody’s dürfte in diesem Jahr geklärt werden. Das Investment-Grade-Rating gilt als sicher, sofern die Mine wiedereröffnet wird und das Gesetz zur fiskalischen Verantwortung eingehalten wird.

El Salvador

El Salvador setzt das IWF-Programm weiterhin erfolgreich um, hat alle fiskalischen Ziele erreicht und verzeichnet ein Wachstum von vier Prozent. Damit liegt das Land über dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Die beiden letzten Hindernisse sind die staatliche Akkumulation von Bitcoin und die Rentenreform. Der allgemeine Ton offizieller Stellen deutet jedoch darauf hin, dass das Programm eher als Instrument zur Stärkung des Anlegervertrauens denn als politische Notwendigkeit betrachtet wird.

Kolumbien

Die folgenreichste Wahl der Region ist für Ende Mai 2026 angesetzt. Die möglichen Ergebnisse dürften stark voneinander abweichen. Angesichts der knappen Umfrageergebnisse zeigten sich Experten zurückhaltend, was die Vorhersage eines Siegers betrifft. Es bestand jedoch breite Einigkeit darüber, dass der Ausgang der Wahl erhebliche Folgen für die Wirtschaft, die fiskalische Entwicklung und die institutionelle Glaubwürdigkeit haben wird und dass Kolumbien an einem existenziellen Scheideweg steht. Die fiskalischen Herausforderungen werden unabhängig vom Wahlausgang groß sein. Ein Sieg des linken Lagers dürfte jedoch zu weiteren fiskalischen Abweichungen und zu einem Druck auf die kolumbianischen Märkte führen. Diese Aussagen deckten sich weitgehend mit unseren Erkenntnissen aus unserem Besuch in Bogotá Anfang dieses Jahres.

Brasilien

Die Wahl dürfte sehr knapp werden. In den Umfragen für die zweite Runde liegt Flávio gleichauf oder sogar vorne. Ausschlaggebend wird sein, ob die öffentliche Debatte von wirtschaftlichen oder sicherheitspolitischen Themen dominiert wird. Die Schuldenquote dürfte bis Jahresende auf über 80 % des BIP steigen. Die nächste Regierung muss das Ausgabenwachstum auf unter 1 % begrenzen, um eine Krise zu vermeiden. Brasilien wurde als relativer Gewinner der Nahostkrise hervorgehoben, da das Land als Nettoenergieexporteur von verbesserten Terms of Trade profitiert. Der IWF hat seine Wachstumsprognose für 2026 auf 1,9 % angehoben.

Peru

Die chronische politische Instabilität hält an. Am Ende dieses Zyklus wird das Land innerhalb von zehn Jahren den zehnten Präsidenten haben. Das befürchtete linke Szenario unter dem linksgerichteten Kandidaten Sánchez ist nach der ersten Runde weiterhin möglich. Die Wirtschaft wächst um 2,5 %, obwohl 5–6 % möglich wären. Illegale Minenaktivitäten nehmen zu, wodurch kriminelle Gruppen Einfluss auf den Kongress und die Justiz gewinnen. Velarde an der Spitze der Zentralbank ist ein Stabilitätsanker – doch dies hängt vom politischen Ausgang ab.

Afrika: Widerstandsfähigkeitsnarrative treffen auf Finanzierungsrealitäten

Die Diskussion über Afrika verlief zweigeteilt. Einige Kreditprofile profitieren von verbesserten Puffern und stärkeren politischen Rahmenbedingungen. Andere sind hingegen mit bindenden Finanzierungsbeschränkungen, Refinanzierungsherausforderungen oder Glaubwürdigkeitsschocks konfrontiert, wodurch die Spreads anfällig bleiben. Die übergreifende Erkenntnis lautet: In einem engeren globalen Risikoumfeld sind glaubwürdige Politik und Finanzierungspläne wichtiger als das reine Wachstumsniveau.

Senegal

Die Verschuldung wird weiterhin als nicht tragfähig angesehen. Laut IWF-Schätzungen beläuft sich die gesamte öffentliche Verschuldung einschließlich staatlicher Unternehmen und Zahlungsrückstände auf 130–132 % des BIP. Die Programmverhandlungen laufen seit Oktober. Das Wachstum wird durch die Ölproduktion getragen, die jedoch erst 2025 ihren Höchststand in Phase 1 erreichte. Das Wachstum außerhalb des Kohlenwasserstoffsektors ist mit 1,1 % schwach. Der Nahostschock wirkt über Subventionen. Die Finanzierung stützt sich zunehmend auf den regionalen Markt, wobei das Refinanzierungsrisiko steigt und die Renditen höher werden. Ein neuer Rahmen für Schuldentragfähigkeitsanalysen für Niedrigeinkommensländer (LIC DSA), der bis Sommer 2027 erwartet wird, dürfte die Einbeziehung inländischer Schulden in eine etwaige Restrukturierung wahrscheinlicher machen. Je länger die Situation anhält, desto ungünstiger wird sie für externe Gläubiger.

Angola

Angolas Verschuldung liegt bei 45 Prozent des BIP, während die Inflation von 31 auf 13 Prozent zurückgegangen ist. Der Nicht-Öl-Sektor der Wirtschaft verbessert sich. Ein Ölpreis von über 60 US-Dollar je Barrel würde es Angola ermöglichen, seine Schulden gegenüber China vorzeitig zurückzuzahlen. Zwar führen höhere Ölpreise zu höheren Einnahmen, es besteht jedoch das Risiko, dass auch die Importe steigen und damit einen Teil der positiven Effekte ausgleichen. Dies war in der Vergangenheit bereits der Fall. Angola plant, später in diesem Jahr eine „Debt-for-Education“-Anleihe mit Garantie der Weltbank begeben.

Asien: Puffer, Wechselkurspolitik und Subventionsmanagement

Süd- und Ostasien wurden als eine der Regionen mit den höchsten Verlusten durch hohe Energiepreise diskutiert. Zudem wäre diese Region im Falle einer Schließung der Straße von Hormus die erste, die von physischen Energieengpässen betroffen wäre. Für die Energieimporteure der Region stehen die Angemessenheit der Reserven sowie die Steuerung von Subventionsrahmen und Zweitrundeneffekten bei der Inflation im Mittelpunkt. Die zentrale Frage ist, ob es den politischen Entscheidungsträger:innen gelingen wird, den Angebotsschock zu bewältigen, ohne ihre Inflationsglaubwürdigkeit zu verlieren, und zugleich ausreichend Flexibilität bei Wechselkursen und fiskalischer Zielsteuerung zu bewahren, um destabilisierende Anpassungen zu vermeiden. Die Raffinerieinfrastruktur in Asien ist stark auf die Verarbeitung von Rohöl aus der Golfregion ausgerichtet. Zudem haben asiatische Länder langfristige LNG-Verträge abgeschlossen, die die Handelsströme zwischen den Regionen festlegen. Beides lässt sich kurzfristig nur schwer anpassen.

China

Die Vergabe von Krediten durch China an Entwicklungsländer ist seit vielen Jahren weit verbreitet. Das gesamte Volumen der chinesischen Auslandsdarlehen beläuft sich derzeit auf 2,13 Billionen US-Dollar. Rund 50 Prozent dieses Portfolios entfallen auf Kredite an Schwellenländer. Während China im Jahr 2016 noch Kredite in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar vergab, sind es aktuell 140 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Zusammensetzung hat sich verändert: Der Fokus liegt zunehmend auf Ländern mit mittlerem bis hohem Einkommen und weniger auf Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. China zieht sich aus Afrika zurück und investiert stärker im Nahen Osten, insbesondere in Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman. Zudem hat China von US-Dollar- auf Renminbi-Kredite umgestellt. Selbst bei der Verlängerung von US-Dollar-Krediten werden nur noch Renminbi-Kredite angeboten, mit dem Ziel, das gesamte Kreditportfolio aus dem US-Dollar herauszuführen.

Pakistan

Das Land ist ein großer Nettoimporteur von Öl, Gas und Düngemitteln. Ein länger andauernder Konflikt hätte erhebliche Auswirkungen auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum. In den vergangenen Jahren hat Pakistan seine Investitionen in erneuerbare Energien deutlich erhöht, um die Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern. In den kommenden Jahren ist ein weiterer Ausbau der erneuerbaren Energien – sowohl bei Wind- als auch bei Solarenergie – geplant. 24 % der pakistanischen Wirtschaft entfallen auf die Landwirtschaft, für die Phosphate von entscheidender Bedeutung sind. Der Agrarsektor könnte von den umfangreichen Düngemittelvorräten profitieren, die für das laufende Jahr ausreichen dürften.

Usbekistan

Usbekistan profitiert von den hohen Goldpreisen, doch auch die Einnahmen außerhalb des Rohstoffsektors sind stark. Das Haushaltsdefizit ist zurückgegangen und die Wirtschaft wächst robust um 6,8 Prozent. Abgesehen von einigen geschlossenen Handelsrouten hat der Konflikt im Nahen Osten keine wesentlichen Auswirkungen. Privatisierungen bleiben ein wichtiger Schwerpunkt, wobei kleinere staatliche Banken und der Telekommunikationssektor Priorität haben. Der IWF beurteilt die bisherigen Privatisierungsbemühungen positiv und betont, wie wichtig es ist, die Rolle des Staates in der Wirtschaft zu verringern.

Kasachstan

Dank eines staatlichen Aktionsplans liegt die Inflation derzeit bei 9 %. Zwar geht der Anteil der Ölexporte nach Russland zurück, dieser wird jedoch durch Exporte nach China ausgeglichen. Kasachstan profitiert zwar von einem höheren Ölpreis, doch die Exportrouten wurden in gewissem Umfang beeinträchtigt. Deshalb versucht das Land, alternative Routen über Aserbaidschan und China zu nutzen.

Naher Osten: Energieschock, ungleich verteilte Belastungen

Der Konflikt hatte erhebliche unmittelbare makroökonomische Auswirkungen auf den Nahen Osten, insbesondere durch Störungen in den Bereichen Energieproduktion, Schifffahrt und Handel. Dabei erwies sich die Straße von Hormus als zentraler Transmissionskanal. Schäden an der Öl- und Gasinfrastruktur sowie Störungen der Schifffahrt ließen die Energiepreise steigen und erhöhten die Unsicherheit erheblich. Dies belastete das Wachstum, die Inflation und die Nicht-Öl-Sektoren wie Tourismus und Luftfahrt in der gesamten Region. Zwar wirken sich höhere Ölpreise grundsätzlich unterstützend aus, doch bei Exporteuren, die direkt von Produktions- oder Exportbeschränkungen betroffen sind, überwogen die negativen Auswirkungen auf das Volumen und das Vertrauen. Dies führte zu schwächeren fiskalischen und externen Ergebnissen.

Bahrain

Anfang März wurde das wichtigste Ölfeld Abu Safah, das gemeinsam mit Saudi-Arabien betrieben wird, aufgrund des US-Iran-Konflikts geschlossen. Bahrain zählt zu den am stärksten betroffenen Ländern der Region. 70 % des Tourismus in Bahrain kommen aus Saudi-Arabien und wurden durch den Konflikt stark beeinträchtigt, erholten sich nach dem Waffenstillstand jedoch rasch. Auch die Aluminiumproduktion, eine Kernindustrie Bahrains, war betroffen, da weder Rohstoffe aus Australien eingeführt noch Produkte ausgeführt werden konnten. Bahrain weist ein Haushaltsdefizit von 10 % sowie erhebliche außerbudgetäre Ausgaben auf. Die jüngste Energiereform, die einen Preismechanismus mit Marktpreisorientierung vorsieht, ist grundsätzlich positiv, ihre vollständige Umsetzung wird aber einige Jahre dauern.

Investment-Erkenntnisse

  • Die globale Resilienz schwindet, ist aber nicht gebrochen: Die Abwärtsrisiken sind deutlich gestiegen, und die Extremrisiken sind asymmetrisch. Die Unsicherheit dürfte anhalten, was die fortgesetzte Suche nach fundamentaler Diversifizierung erforderlich macht.
  • Die Dauer des Energieschocks ist die ausschlaggebende Variable. Je länger die Unsicherheit und die erhöhten Energiekosten anhalten, desto mehr wandert die makroökonomische Auswirkung von einem „Schock“ zu einem „Regime“, was sich auf die Inflation und das globale Wachstum auswirkt.
  • Die Fundamentaldaten der Schwellenländer sind stärker als in früheren Zyklen: Politische Glaubwürdigkeit und geringere externe Anfälligkeiten untermauern die Resilienz und stützen die relative fundamentale Attraktivität der Schwellenländer.
  • Streuung dominiert: Schwellenländer sollten als differenziertes Chancenspektrum und nicht als eine einzelne Assetklasse betrachtet werden.
  • Relative Bewertungen verbessern sich: Fiskalrisiken in den entwickelten Märkten stärken die relativen Argumente für Schwellenländer in diversifizierten Portfolios.

 

WICHTIGE INFORMATIONEN

Eine Diversifizierung garantiert weder das Erzielen von Gewinnen noch eliminiert es das Risiko von Anlageverlusten.

Kapitalallokation: Die Aufteilung eines Portfolios auf unterschiedliche Assetklassen, Sektoren, geografische Regionen oder Wertpapierarten, um bestimmte Ziele hinsichtlich Risiko, Wertentwicklung oder Zeithorizont zu erreichen.

Rohstoff: Ein physisches Gut wie Öl, Gold oder Weizen.

Credit rating: An independent assessment of the creditworthiness of a borrower by a recognised agency such as Standard & Poors, Moody’s, or Fitch. Standardised scores such as ‘AAA’ (a high credit rating) or ‘B’ (a low credit rating) are used, although other agencies may present their ratings in different formats.

Kreditspread: Der Renditeunterschied zwischen Wertpapieren mit ähnlicher Laufzeit, aber unterschiedlicher Bonität; wird häufig zur Beschreibung des Renditeunterschieds zwischen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen verwendet. Eine Ausweitung der Spreads deutet in der Regel auf eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Unternehmenskreditnehmern hin, während eine Verengung auf eine Verbesserung hindeutet.

Current account deficit: Where the value of goods and services that is imported by a country exceeds the value of the goods and services that it exports.

Defizit: Ein Defizit entsteht, wenn über einen bestimmten Zeitraum hinweg die Ausgaben die Einnahmen (oder Steuern), die Importe die Exporte oder die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte übersteigen.

Disinflation: Ein Rückgang der Inflationsrate.

Diversifizierung: Eine Möglichkeit, das Risiko zu streuen, indem verschiedene Arten von Vermögenswerten oder Assetklassen in einem Portfolio gemischt werden, unter der Annahme, dass sich diese Vermögenswerte in jedem gegebenen Szenario unterschiedlich verhalten. Vermögenswerte mit geringer Korrelation sollten die größte Diversifizierung bieten.

Schwellenländer: Die Wirtschaft eines Entwicklungslandes, das sich im Übergang zu einer stärkeren Integration in die Weltwirtschaft befindet. Hierzu können Fortschritte in Bereichen wie Markttiefe und Zugang zu Anleihe- und Aktienmärkten sowie bei der Entwicklung moderner Finanz- und Regulierungsinstitutionen gehören.

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen: Eine Anleihe mit einem niedrigeren Kreditrating als eine Investment Grade-Anleihe, auch bekannt als Sub-Investment-Grade-Anleihe oder „Junk“-Anleihe. Diese Anleihen bergen in der Regel ein höheres Risiko, dass der Emittent seinen Zahlungen nicht nachkommt, daher werden sie in der Regel mit einem höheren Zinssatz (Kupon) ausgegeben, um das zusätzliche Risiko auszugleichen.

Inflation: Teuerungsrate von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Der Verbraucherpreisindex (VPI) und der Einzelhandelspreisindex (RPI) sind zwei gängige Messgrößen; das Gegenteil von Deflation.

Liquidität/Liquide Mittel: Maß dafür, wie leicht ein Vermögenswert auf dem Markt gekauft oder verkauft werden kann. Vermögenswerte, die problemlos in großen Mengen auf dem Markt gehandelt werden können (ohne größere Preisbewegungen auszulösen), werden als „liquide“ bezeichnet.

Bewertungskennzahlen: Kennzahlen zur Messung der Wertentwicklung, der finanziellen Gesundheit und der Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Erträge eines Unternehmens, z KGV und ROE.

Volatilität: Die Rate und das Ausmaß, mit denen der Kurs eines Portfolios, Wertpapiers oder Indexes nach oben und unten schwankt. Bei starken Schwankungen in beide Richtungen spricht man von hoher Volatilität. Sind die Schwankungen langsamer und weniger stark ausgeprägt, spricht man von geringerer Volatilität. Je höher die Volatilität, desto höher das Risiko der Anlage.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von den Ansichten anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, die mit ihr verbundenen Berater oder ihre Mitarbeiter haben möglicherweise eine Position in den genannten Wertpapieren.

 

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.

 

Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten.

 

Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar.

 

Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreten.

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Glossar

 

 

 

WICHTIGE INFORMATIONEN

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Janus Henderson Horizon Fund (der „Fonds“) ist eine SICAV nach luxemburgischem Recht, die am 30. Mai 1985 gegründet wurde und von Janus Henderson Investors Europe S.A. Janus Henderson Investors Europe S.A. kann beschließen, die Marketingvereinbarungen dieses Investmentfonds nach den einschlägigen Vorschriften zu beenden. Dies ist eine Werbeunterlage. Potenzielle Anleger sollten den Prospekt des OGAW und die wesentlichen Anlegerinformationen lesen, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen.
    Besondere Risiken
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  • Wenn die Zinssätze steigen (oder sinken), hat dies unterschiedliche Auswirkungen auf die Kurse verschiedener Wertpapiere. Insbesondere fallen die Anleihekurse im Allgemeinen, wenn die Zinsen steigen. Dieses Risiko ist allgemein umso höher, je länger die Laufzeit einer Anleiheinvestition ist.
  • Einige Anleihen (kündbare Anleihen) geben ihren Emittenten das Recht, Kapital vor dem Fälligkeitstermin zurückzuzahlen oder die Laufzeit zu verlängern. Emittenten können diese Rechte ausüben, wenn dies für sie vorteilhaft ist. Dies kann sich auf den Wert des Fonds auswirken.
  • Der Fonds ist in Schwellenmärkten einer höheren Volatilität und einem größeren Verlustrisiko ausgesetzt als in entwickelten Märkten. Schwellenmärkte sind anfällig für nachteilige politische und wirtschaftliche Ereignisse und können schlechter reguliert sein und daher weniger strenge Verwahrungs- und Abrechnungsverfahren aufweisen.
  • Der Fonds kann Derivate einsetzen, um sein Anlageziel zu erreichen. Dies kann zu einer „Hebelwirkung“ führen, die ein Anlageergebnis vergrößern kann, und die Gewinne oder Verluste des Fonds können höher sein als die Kosten des Derivats. Derivate bringen jedoch andere Risiken mit sich, insbesondere das Risiko, dass ein Kontrahent von Derivaten seinen vertraglichen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt.
  • Wenn der Fonds oder eine währungsabgesicherte Anteilsklasse versucht, die Wechselkursschwankungen einer Währung gegenüber der Basiswährung des Fonds abzumildern, kann die Absicherungsstrategie selbst aufgrund von Unterschieden der kurzfristigen Zinssätze zwischen den Währungen einen positiven oder negativen Einfluss auf den Wert des Fonds haben.
  • Wertpapiere innerhalb des Fonds können möglicherweise schwer zu bewerten oder zu einem gewünschten Zeitpunkt und Preis zu verkaufen sein, insbesondere unter extremen Marktbedingungen, wenn die Preise von Vermögenswerten möglicherweise sinken, was das Risiko von Anlageverlusten erhöht.
  • Dem Fonds können durch die Anlage in weniger aktiv gehandelten oder weniger entwickelten Märkten höhere Transaktionskosten entstehen als einem Fonds, der in aktivere/höher entwickelte Märkte investiert.
  • Die laufenden Kosten können teilweise oder vollständig aus dem Kapital entnommen werden. Dadurch kann das Kapital aufgezehrt oder das Potenzial für Kapitalwachstum verringert werden.
  • Der Wert von CoCo-Bonds (Contingent Convertible Bonds) kann drastisch fallen, wenn die Finanzkraft eines Emittenten nachlässt und ein vorher festgelegtes Auslöseereignis zur Umwandlung der Anleihen in Aktien des Emittenten bzw. der teilweisen oder vollständigen Herabschreibung der Anleihen führt.
  • Der Fonds könnte Geld verlieren, wenn eine Gegenpartei, mit der er Handel treibt, ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds nicht nachkommen kann oder will, oder als Folge eines Unvermögens oder einer Verzögerung in den betrieblichen Abläufen oder des Unvermögens eines Dritten.