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Fallstricke vermeiden bei der Ertragssuche in einem Umfeld höherer Zinsen

In diesem Video diskutiert Jessica Leoncini mit Dan Siluk und John Lloyd über die Rückkkehr der Erträge im Anleihensegment, die Risiken einer Verlängerung der Duration oder des Verzichts auf Liquidität und wo aktive Anleger einen Wert finden können, während die Credit Spreads eng bleiben.

8 Oktober 2026
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Zentrale Erkenntnisse:

  • Höhere Renditen haben das Ertragspotenzial bei Anleihen wiederhergestellt, wobei Anleihen mit kurzer Duration angesichts ihres geringeren Engagements gegenüber der Volatilität eine potenzielle Attraktivität aufweisen.
  • Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein, die mit der Verlängerung der Duration, der Suche nach Rendite durch Anleihen von geringerer Qualität oder der Aufgabe von Liquidität verbunden sind, wenn Spreads nur einen begrenzten Ausgleich bieten.
  • Aktives Management kann Anlegern helfen, global in Sektoren mit variablem Zinssatz, verbrieften Wertpapieren und anderen weniger an eine Benchmark gebundenen Sektoren investieren, wobei die Auswahl der Wertpapiere und das Abwärtsrisiko Priorität haben.

**Aktives Investieren:** Ein Investmentmanagementansatz, bei dem ein Fondsmanager durch Research, Analyse und die von ihm getroffenen Anlageentscheidungen aktiv versucht, einen bestimmten Index oder Benchmark zu übertreffen oder zu schlagen.

**Asset Allocation:** Die Aufteilung eines Portfolios auf verschiedene Assetklassen, Sektoren, geografische Regionen oder Wertpapierarten, um bestimmte Ziele hinsichtlich Risiko, Wertentwicklung oder Zeithorizont zu erreichen.

Asset-Backed Securities (ABS): Finanzwertpapiere, die durch Vermögenswerte wie etwa Kredite, Kreditkartenschulden oder Leasingverträge „gedeckt“ (oder besichert) sind, normalerweise solche, die im Laufe der Zeit eine Form von Ertrag (Cashflow) generieren.

Basispunkt (Bp.): Ein Hundertstel eines Prozentpunkts. Ein Basispunkt entspricht 0,01 %, während 100 Basispunkte 1 % entsprechen.

Kapitalstruktur: Die Höhe des Fremd- und/oder Aktien, das von einem Unternehmen zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit und der Finanzierung seiner Vermögenswerte verwendet wird.

Collateralised Loan Obligation (CLO): Ein verbrieftes Portfolio von Hebelkrediten von Unternehmen mit einem Rating unterhalb von Investment Grade. Die zugrunde liegenden Darlehen werden über Anleihen finanziert, die in Tranchen mit unterschiedlichen Risikoprofilen und Zahlungsprioritäten strukturiert sind.

Unternehmensanleihe: Eine von einem Unternehmen begebene Anleihe. Typischerweise bietet sie Anlegern regelmäße Zinszahlungen und die Rückzahlung des ursprünglichen Anlagebetrags bei Fälligkeit.

Credit Spread: Der Renditeabstand zwischen Anleihen mit gleichen Fälligkeiten, aber unterschiedlicher Bonität. Eine Ausweitung der Spreads deutet im Allgemeinen darauf hin, dass das Kreditrisiko steigt, während eine Verengung darauf hindeutet, dass es sinkt.

Verlustrisiko: Eine Schätzung des möglichen Verlustes, den ein Wertpapier oder ein Portfolio erleiden kann, wenn sich der Markt in die falsche Richtung bewegt.

Duration: Die Sensitivität einer Anleihe oder eines Rentenportfolios gegenüber Zinsänderungen. Je länger die Duration, desto empfindlicher reagiert der Kurs auf Zinsbewegungen.

Variabler Zinssatz-Vermögenswert: Ein Wertpapier, dessen Zinszahlungen in Abhängigkeit von einem Referenzzinssatz variieren, anstatt während der Laufzeit der Anlage fest zu bleiben.

Kurzes Ende der Zinskurve: Der Teil der Zinskurve, der Anleihen umfasst, die innerhalb der nächsten paar Jahre fällig werden.

Kurze globale Duration: Eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, Renditen mit kurzfristigen globalen Anleihen zu erzielen.

**Investment Grade:** Eine Anleihe, die von einer Regierung oder einem Unternehmen emittiert wurde, bei der das Ausfallrisiko als vergleichsweise gering eingeschätzt wird, was sich in dem Rating widerspiegelt, das eine Kreditratingagentur vergeben hat.

Liquidität: ein Maß dafür, wie leicht ein Vermögenswert auf dem Markt gekauft oder verkauft werden kann. Ein Vermögenswert gilt als liquide, wenn er in großen Volumen gehandelt werden kann, ohne dabei eine deutliche Preisbewegung zu verursachen.

Multi-Sektor-Kredite: Eine Anlagestrategie, die über verschiedene Kredit-Assetklassen innerhalb des Anleihenmarktes diversifiziert.

Risikoanlagen: Finanzanlagen, deren Kurse/Preise beträchtlich schwanken können (und die somit ein höheres Risiko bergen). Beispiele hierfür sind Aktien, Rohstoffe, Immobilien und Anleihen geringerer Qualität.

risikofreier Zinssatz: Die Rendite einer Investition mit theoretisch null Risiko. Die Benchmark, die zur Darstellung des risikofreien Zinssatzes verwendet wird, variiert zwischen den Ländern.

Verbriefung: Der Prozess, bei dem Vermögenswerte gepoolt und anschließend in verzinsliche Wertpapiere umgewandelt werden. Zins- und Tilgungszahlungen aus den zugrunde liegenden Vermögenswerten werden an die Investoren der Wertpapiere weitergegeben.

Wertpapierauswahl: Die Analyse und Auswahl einzelner Anlagen, die auf die Ziele und Risikotoleranz eines Anlegers abgestimmt sind.

Staatsanleihe: Eine Anleihe, die von einer Regierung ausgegeben wird, um Geld zur Finanzierung von Ausgaben zu beschaffen oder Schulden zurückzuzahlen.

Volatilität: Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit dem der Preis eines Portfolios, Wertpapiers oder Index steigt und fällt. Stärkere Kursbewegungen deuten auf eine höhere Volatilität und ein höheres Anlagerisiko hin.

Rendite: Der Ertrag, der durch ein Wertpapier über einen bestimmten Zeitraum generiert wird, typischerweise als Prozentsatz ausgedrückt. Bei einer Anleihe wird er am einfachsten berechnet als Kuponzahlung geteilt durch den aktuellen Anleihekurs.

Zinskurve: Ein Diagramm, das die Renditen von Anleihen ähnlicher Qualität im Vergleich zu ihren Laufzeiten darstellt. Sie wird häufig als Indikator für die Erwartungen der Anleger hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes verwendet.

Jessica Leoncini: Herzlich willkommen zum Janus Henderson Investment Summit in Rom. Ich bin Jessica Leoncini, Leiterin Head of Fixed Income Kundenportfoliomanagement. Und ich freue mich sehr, dass heute hier Dan Siluk, Head of Global Short Duration und Liquidität, bei mir ist. John Lloyd, Global Head of Multi-Sector Credit.

Dan, Sie haben unserem Publikum heute die Chancen in Anleihen mit kurzer Duration hervorgehoben. Warum ist das in diesem Umfeld Ihrer Meinung nach so interessant?

Siluk: Derzeit gibt es bei Anleihenwieder Ertrag. Wissen Sie, nach diesem Jahrzehnt niedriger Zinsen hat der Neuanfang, den wir in den Jahren 2022/2023 mit dem reflationären Ausverkauf bei den Renditen erlebt haben, einfach den Ertrag zurück in die Welt der Anleihen gebracht. Also eine wirklich attraktive Zeit für Investments. Nach dieser Neubewertung der Zinsniveaus sind wir der Meinung, dass das Renditeumfeld längerfristig höher bleiben wird.

Das bedeutet also große Chancen im vorderen Bereich der Kurve, wo man die Zinsvolatilität steuern kann, ohne die Duration zu verlängern.

Leoncini: Großartig. Und John, Sie haben gerade erklärt, wie herausfordernd es sein kann, Wert zu finden, wenn die Spreads eng sind. Wo suchen Sie heute nach Möglichkeiten?

John Lloyd: Ja, ich denke, da die Renditen für Staatsanleihen höher sind und die Spreads eng sind. Aber die Renditen sehen insgesamt attraktiv aus. Wie Dan es heute ausdrückte: Und ich denke, in einem Umfeld mit engen Spreads sollten Sie sich auf ein paar Dinge konzentrieren. Erststens, weil wir ein asymmetrisches Risiko auf dem Anleihemarkt haben, und dort gibt es durch KI viel Disintermediation. Sie sollten sich auf die Verluste konzentrieren.

Als Nächstes konzentrieren wir uns auf die Maximierung des Spreads oder der Rendite pro Volatilitätseinheit in diesem Umfeld, um in dieser großartigen Ertragswelt Ertrag zu erzielen.

Leoncini: Und Dan, eines der Themen, über das wir ebenfalls gesprochen haben, ist das neue Umfeld, in dem die Zentralbanken fast überall auf der Welt ihre Leitzinsen erhöhen. Welche Risiken könnten Anleger in einem solchen Umfeld übersehen?

**Siluk:**Ja, ich denke mal, eines der großen Risiken im Moment ist die Ausweitung der Duration. Es sei denn, man glaubt an ein reflationäres Umfeld, in dem die Zentralbanken die Zinsen aggressiv senken müssen – dann wird man nicht wirklich dafür bezahlt, dieses zusätzliche Risiko einzugehen. Der Übergang von der 2-Jahres-Frist zur 10-Jahres-Frist führt also nur zu einem Zuwachs von rund 30 Basispunkten. Eines der großen Risiken momentan ist tatsächlich die Verlängerung der Duration.

Der zweite Punkt ist für mich auch die Jagd nach Rendite. Wie John schon erwähnte, haben wir das Umfeld engerer Spreads. Und das kann mitunter dazu führen, dass Anleger in Produkte mit geringerer Qualität ausweichen oder weiter unten in der Kapitalstruktur investieren. Und wenn man das im liquideren Teil seines Portfolios tut. Das Streben nach Rendite kann auch ein Risiko sein.

Das andere Risiko ist das Aufgeben von Liquidität. Fallen die Risikoanlagen – aufgrund geopolitischer Ereignisse oder der weitreichenden wirtschaftlichen Folgen höherer Renditen –, dann benötigen die Anleger liquide Bestände, die sie verkaufen können, um in diese riskanteren Anlagen zu investieren.

Sie wollen damit auch nicht auf Liquidität verzichten. Daher denke ich, dass dies die drei Risiken Duration, Liquidität und die Jagd nach Rendite sind.

Leoncini: Daher bleibt die Wertpapierauswahl von entscheidender Bedeutung.

Siluk: Wertpapierauswahl und Asset Allocation sind entscheidend.

Leoncini: Großartig. Und John, das schafft sicherlich auch Chancen, da es, wie Sie erwähnt haben, höhere Gesamtrenditen gibt. Wo sehen Sie die Chancen in einem Umfeld steigender Zinsen?

Lloyd: Ja. Mir gefallen heute die Sektoren mit variablem Zinssatz sehr gut. Ich denke, die technischen Indikatoren werden dort sehr stark werden. Nun, und die Spreads sind in diesen Sektoren etwas weiter. Sektoren wie verbrieft, dazu zählen CLOs, ABS, CMBS und auch Darlehen, all diese Sektoren profitieren von den Zinsanhebungen der Notenbanken im Laufe der Zeit. Ich glaube daher, dass sich dort Chancen bieten.

Und dann stimme ich Dan auch zu. Sie möchten heute in der Lage sein, Ihre Anlagen global zu allozieren, um die besten Chancen zu finden, und deshalb ist aktives Management wirklich wichtig.

Leoncini: Prima. Vielleicht geht es auch darum, einige der Sektoren außerhalb der traditionellen Benchmarks und großer Allokationen ausfindig zu machen.

Lloyd: Genau.

Leoncini: Großartig. Dan, was ist eine Sache, die Sie unserem Publikum heute mit auf den Weg geben möchten?

Siluk: Nun, wie ich bereits erwähnte, ist der Ertrag meiner Meinung nach zurück. Das ist tatsächlich die wichtigste Komponente. Auch hier ist die Assetklasse Anleihen. Mit dem aktuellen Renditeniveau kann man risikofrei fast 5 % erzielen. Sie fügen dort einige wirklich hochqualitative Unternehmens- und verbriefte Wertpapiere hinzu. Und Sie wissen, Sie können wirklich attraktive Renditen erzielen.

Erträge sind also wieder da. Wir glauben, dass das in den nächsten Jahren auch weiterhin so sein wird.

Leoncini: Großartig. Und John, was ist mit Ihnen?

Lloyd: Ja. Ich stimme auch zu, dass die Erträge zurück sind. Ich bin der Ansicht, dass man jedoch einen aktiven Manager braucht, um angesichts der knappen Spreads diesen Ertrag ernten zu können. Sie wollen Ihr globales Chancenuniversum nutzen. Sie möchten Verluste vermeiden. Und Sie möchten diese Rendite pro Volatilitätseinheit wirklich maximieren.

Leoncini: Das macht Sinn. Vielen Dank Ihnen beiden, dass Sie dabei waren. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von den Ansichten anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, die mit ihr verbundenen Berater oder ihre Mitarbeiter haben möglicherweise eine Position in den genannten Wertpapieren.

 

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds.

 

Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten.

 

Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar.

 

Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreten.

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